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hvn7Für einen Besucher aus dem Ausland beginnt das Abenteuer Vietnam schon am Flughafen. Wer nicht schon ähnliches in anderen Ländern erlebt hat wird erst einmal in ein Taxi steigen und seine Füsse werden sich nach vorne stemmen, als ob er sich gegen einen unvermeidlichen Aufprall schützen will. Mopeds (in Vietnam allgemein als Hondas bezeichnet), Fahrräder, Cyclos, Fussgänger, LKw’s, Busse, Autos fahren meist in einem wirren Durcheinander und es scheint so als ob es keine Verkehrsregeln gibt. Obwohl es sie gibt. Nur wahrscheinlich spielen sie keine all zu grosse Rolle. Als ich das erstemal in Saigon ankam und mit einem Bus durch die Stadt fuhr, spielten sich vor meinem geistigen Auge mindestens 153 Unfälle ab. Natürlich mit den schlimmsten gesundheitlichen Folgen die ein Mensch erleiden kann.

Um so überwältigender war das Erlebnis Natur. Niemals hatte ich auch eine bessere und wohlschmeckendere asiatische Mahlzeit genossen, wie bei den Bauern im Mekong-Gebiet. Einmal abgesehen von einer gewissen Aufregung über eine höchst giftige Schlange, welche sich uns näherte. Doch zu unserem Glück war der Bauer sehr um unser Wohl besorgt und zeigte der Schlange ihren richtigen Weg, bevor ich deren Gegenwart überhaupt registrieren konnte. Damit bin ich bei meinem eigentlichen Anliegen. Und dies ist diese Freundlichkeit und faszinierende Gastfreundschaft, vor allem der ländlichen Bevölkerung in Vietnam.

Vielerorts werden ausländische Touristen von den Einheimischen noch angeschaut, wie Ausserirdische von einem fremden Stern. Dies ist Ausdruck davon, daß Vietnam zwar viel in den Ausbau des Tourismus investiert, jedoch trotzdem immer noch hinsichtlich dieser Branche in der Anfangsphase einer Entwicklung steckt. Der grösste Teil des Tourismus spielt sich für Ausländer noch in Form von Reisegruppen ab. Doch der Individualtourismus ist stark im Kommen. Manche schnallen sich einen Rucksack auf den Rücken und schwingen sich in Vietnam auf ein Fahrrad, um auf diese Art ganz Vietnam oder sogar halb Asien zu bereisen. So etwas sollte aber gut überlegt sein, weil es nicht immer ungefährlich ist. Dazu gehört eine sehr gute vorbeugende medizinische Vorbereitung und Kenntnisse über das Land und seine Gegebenheiten. Die vietnamesischen Behörden sehen oftmals eine solche Art des Bereisens von Vietnam nicht allzu gern. Doch es hat den Anschein, daß sie es tolerieren.

v-20Einen Vorteil hat es jedoch, Vietnam individuell zu bereisen. Man ist den Einheimischen viel näher und lernt nicht nur Hotel’s und hauptsächlich vom Tourismus lebende einheimische Vietnamesen kennen. Sondern vor allem begegnet man Vietnamesen in ihrem Alltag.

Begegnet man Vietnamesen in Ihrem Haus, dann wird man sehr höflich und freundlich empfangen. Ebenso höflich sollte man sich selbst auch verhalten. Vor allem gegenüber älteren Menschen empfiehlt es sich, sich hinsichtlich ihres Alters und Stand in der Familienhierarchie mit Respekt zu verhalten. Der alltägliche Überlebenskampf der einheimischen Bevölkerung prägt besonders die Menschen in den Städten. Wobei dieser Überlebenskampf auf dem Land nicht minder hart ist. Einen wesentlichen Unterschied gibt es diesbezüglich trotzdem. Die Menschen auf dem Land sind in ihrem Verhalten allgemein viel einfacher und freundlicher. Ja, man kann durchaus behaupten aufrichtiger. Dies soll kein Pauschalurteil sein. Jedoch ist es eine auffällige Erscheinung.

Sollte man in einer vietnamesischen Familie eingeladen sein und man wird dazu aufgefordert mit ihnen zu essen, so kann es durchaus passieren, daß man Speisen vorfindet welche man sonst niemals zu sich nehmen würde. Z.Bsp. wäre zu nennen die “Fischpaste” (eine Zutat zu Speisen), die für eine europäische Nase eine wahre Herausforderung ist. Doch keine Angst. Die vietnamesische Küche kennt zahllose Leckereien. Ein vietnamesischer Gastgeber wäre bestürzt, sollte er beobachten, daß man sehr wenig oder nur zögerlich ißt.

viet7Mit Alkohol sollte man in einem tropischen Land sehr vorsichtig umgehen. Man schwitzt und trinkt dadurch sehr viel. Aber Alkohol kann bei einer solchen Hitze fatale Folgen haben. Vor allem ist das Wein trinken in Vietnam nicht sehr populär. Bevorzugt werden Schnaps und vor allem Bier. Die vietnamesischen Männer sind i.d.R. leidenschaftliche Biertrinker. Und einige der vietnamesischen Biere sind vom Geschmack gar nicht zu verachten. Aber Vorsicht. Wenn man in einer lustigen Runde sitzt, könnten die Gastgeber sich einen Spaß daraus machen den Gast betrunken zu machen. Jeder will mit einem anstossen und dann kommt der unvermeidliche Spruch : “100 Prozent!”. Ich empfehle Minaeralwasser aus Flaschen. Dem Wasser aus der Leitung traue ich höchstens sorgfältig abgekocht. Durchfall- und Darmerkrankungen sind in Vietnam sehr häufig. Das selbe gilt für das Essen in Restaurants und Strassenküchen. Man kann Tag und Nacht in den Städten überall an den Imbissen essen. Doch nicht immer werden dort elementare Regeln der Hygiene beachtet. Man sollte da schon sehr genau hinschauen.

Wenn man sich in Vietnam in ein Auto oder einen Bus setzen um eine Reise zu unternehmen, so sollte man einiges an Geduld mitbringen. Als ich mit Freunden in einem kleinen Bus nach Vung Tau reiste, benötigten wir viele Stunden. Natürlich hätte man mit der Fähre dorthin fahren können. Jedoch hätte man dann nicht viel von der Landschaft sehen können, ausser viel Wasser und vielleicht den Küstenstreifen in der Ferne. Das erste was mir auffiel, waren die vielen Dörfer, die angefangen vom Stadtrand Saigon’s viele Kilometer an der Hauptstrasse aneinander klebten. Dort ist ab dem Morgengrauen bis in den späten Abend ein reges Treiben und viel Geschäftigkeit zu beobachten. Das zweite was einem auffällt ist der vielerorts schlechte Zustand der Strassen. Doch soweit ich weiss, investierte und investiert Vietnam grosse Summen in den Ausbau des Strassennetzes. Jedenfalls was die Hauptachsen betrifft. Bzw. investieren viele ausländische Unternehmen in derartige Projekte Vietnams. Wenn man genug Zeit hat, so sollte man unterwegs einige Zwischenstops einlegen. Dann sieht man auch vieles abseits von Touristenpfaden. Das lohnt sich immer.
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Das Südchinesische Meer ist äusserst salzhaltig und es kann schon vorkommen, dass man ein Brennen in den Augen verspürt oder das Gefühl hat auf einer Salzstange zu lutschen. Man sollte unbedingt den Anweisungen und Warnungen der Leute von der Aufsicht Folge leisten, weil dort vielerorts eine starke Strömung vorherrscht und das Wetter schnell umschlagen kann. Dann kann es für Badegäste, welche unvernünftig sind und zu weit hinausschwimmen sehr gefährlich werden. Die Wellen und vor allem die Strömung ist sehr stark. Am Strand sammeln vietnamesische Frauen Krabben ein und bieten sie an Ort und Stelle den Badegästen frisch zum Verzehr an. Dann finden ware Schlemmerorgien inklusive des mitgebrachten aus. Der Sonnenuntergang am Südchinesischen Meer ist ein faszinierendes und einzigartiges Erlebnis von unvergleichlicher Schönheit. Ihn sollte man auf keinen Fall verpassen.

Doch jetzt wieder zurück zu der Grosstadt Saigon. Ich habe sie nie als besonders schöne Stadt empfunden. Sie ist staubig, mit Abgasen erfüllt und teilweise auch sehr überfüllt. Ich kann ebensowenig wie Freunde von mir die Frage beantworten, was uns nach einer Abreise aus dieser Stadt so an ihr faszinierte, dass wir das Gefühl hatten sofort wieder dorthin fahren zu wollen. Es gibt auf der Welt viel schönere Städte, aber keine Stadt hat in mir stärkere Gefühle und Emotionen ausgelöst, wie die Stadt, die in früheren Zeiten die “Perle Südostasiens” genannt wurde. Es gibt in dieser Stadt noch reichlich wundervolle Gebäude aus der finsteren und schrecklichen Zeit der Kolonialmächte. Doch leider sind sie meistens in einem sehr desolaten Zustand. Und oftmals müssen sie der Modernität weichen. Zahlreiche Neubauten wie z.Bsp. Businesscentren und Hotels entstanden in der jüngsten Vergangenheit und diesbezüglich wird auf diesem Gebiet noch viel passieren. Eine Stadt wie Saigon muss sich auch modernisieren, aber es bleibt zu hoffen, daß man dort nicht den selben Fehler macht wie in anderen internationalen Städten und schliesslich auch diese Stadt ihr Gesicht und ihre Identität verliert.

viet6Sicherlich ist das auch für Vietnam hinsichtlich der mangelnden finanziellen Mittel eine sehr schwere Situation und Aufgabe. Ausländische Investoren, welche derartige Gebäude anmieten würden und hoffentlich können, würden durch eine Sanierung einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Der Überlebenskampf der Menschen, ist wie schon erwähnt, sehr hart. Vor allem durch die Landflucht der Bauern bricht diese Stadt fast aus den Nähten. Folge davon sind bettelnde Menschen, Drogenkriminalität, Prostitution usw.. Ich möchte alle Besucher meiner Seite dringendst bitten sich in Vietnam nicht der Prostituierten zu bedienen. Und vor allem Abstand zu nehmen von dieser grausamen Ausbeutung und dem schrecklichen Missbrauch von Kinder-Prostituierten. Jeder Besucher Vietnams sollte sich seiner eigenen Töchter und Söhne erinnern und eine solches Schicksal auf sie gedanklich projektieren. Es ist besonders in Bezug auf kleinste Kinder unmenschlich und grauenhaft.

Dagegen sollte man sich nicht zieren sich von einem kleinen Kind oder einem alten Mann die Schuhe putzen zu lassen. Ich schämte mich zu meinem ersten Besuch in Saigon mir von einem alten Mann die Schuhe putzen zu lassen. Das war absolut falsch. Denn diese Menschen ernähren damit ihre Familien.

viet8Besucher der Stadt können dort viele schöne Dinge kaufen, sollten aber die Ausfuhrbestimmungen Vietnams beachten. Manche Dinge dürfen nicht ausgeführt werden. Besonders einige Markthallen sind mir aufgefallen. Eine Etage auf einer sehr grossen Fläche nur Schuhe und Lederwaren im Angebot, in einer anderen Goldschmuck weit und breit und in einer anderen Teppiche und Textilien. Zu beachten wäre, dass es auch in Vietnam üblich ist Preise zu verhandeln. Tut man es nicht, bezahlt man sowieso das doppelte oder dreifache des eigentlichen Preises. Noch dazu, wenn man Ausländer ist. Der Verkäufer würde sich die Hände reiben und sich besonders über ein sehr gutes Geschäft freuen. Nicht, das dies den ausländischen Besucher ruinieren würde, aber etwas sollte man trotzdem auf Verhältnismässigkeit achten. Doch das ist jedem selbst überlassen.

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