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Fünf Handwerkerdörfer

  1. Kupferschmieden im Dorf Ngu Xa:

    Es liegt im Westen Hanois am Truc Bach See und sieht wie eine kleine Insel aus. Durch geschickte Hände werden viele Messingprodukte bearbeitet und gestaltet. Und damit decken sie die Bedürfnisse der Leute im damaligen Thang Long. Die Hauptstadt Thang Long wurde schon vor 500 Jahre besiedelt. Thang Long war vom 11. bis 19. Jahrhundert der Name der Haupstadt. 1010 gründete der König Ly Thai To die Haupstadt Hoa Lu (Ninh Binh) und taufte sie dann auf den Namen Thang Long . Was die Geschichte des Namens angeht: Ly Thai To sah damals die Figur eines Drachen, der von unten in den Himmel flog, so bedeutete der Name "Thang Long" "das Erheben des Drachens (seit 1831 unter der Nguyen Dynastie heisst die Hauptstadt Hanoi). Die Gründer des Dorfes kamen aus fünf verschiedenen Dörfern in Bac Ninh. So bedeutet "Ngu Xa" "Fünf Dörfer".

    Wenn man den Namen Ngu Xa hört, dann denkt man an das Talent der Handwerker Vietnams, deren Produkte in den letzten 500 Jahren sehr bekannt wurden und typisch für die vietnamesische Kunst wurden. Zwei Arten von Kunstwerke sind z. Bsp. Glocken und Statuen. Die Glocken aus Kupfer wurden nicht nur für Pagoden verwendet, sondern stellen auch besondere Instrumente dar, deren Ton wie ein Echo klingen soll, wenn man gegen sie schlägt oder sie bewegt. Das bringt die unterschiedliche Dicke des jeweiligen Glockenkörpers mit sich.

    Hinsichtlich der Statuen kann man die Buddhastatuen nicht ignorieren. Die Statue, die 1952 für die Than Quang Pagode geschmiedet wurde. Sie ist 3,95 m hoch und hat einen Umfang von 11,6 m und wiegt 10 Tonnen.

    Die Statue stellt Buddha dar und sitzt auf 96 Blätter. Das ist ein prächtiges Kunstwerk. Die Figur sitzt und von ihrem Gesicht bis zu den Kleidungsfalten strahlt sie Sanftheit, Edelmut und Stille im irdischen Leben aus.

    Ausser Glocken und Buddhastatuen werden noch viele andere traditionelle Kunstwerke geschaffen. So z. Bsp. Altare, Kraniche, Gefässe für Räucherstäbchen und vieles mehr.

     
  2. Goldener und silberner Schmuck im Dorf Dinh Cong:

    Das Dorf befindet sich am To Lich See. Die Gründer waren die 3 Brüder der Trans (571 - 603). Sie trugen wesentlich zur Entwicklung und Modernisierung der Technik bei. Heutzutage können wir in der Innenstadt von Hanoi, in der Hang Bac Strasse die goldenen und silbernen Kunstwerke aus dem Dorf Dinh Cong finden.

    Die Produkte sind vielseitig. Nicht nur Schmuck, sondern auch Alltagsgegenstände der Hanoier wurden angefertigt. Z.Bsp. ein kleines silbernes Cyclo. Ein Cyclo ist eine Art Taxi, bestehend aus einem Fahrrad mit 3 Rädern, an dessen vorderen Ende sich ein Art Sitzbank für die Fahrgäste befindet.

     
  3. Korbpapier im Dorf Yen Thai:

    Es befindet sich Nordwesten von Hanoi. Dieses Papier verwendet man für den Buchdruck und für den Volksbilderdruck. Dieses Gewerbe entstand schon in den ersten Jahren unserer Zeitrechnung. Die Produktion des Korbpapieres vollzieht sich in komplizierten Schritten. Zuerst werden Waidenzweige entrindet, eingelegt, gereinigt, zerkleinert, gekocht und gefiltert. Danach werden sie verpackt und geliefert. Diese Arbeit verlangt von den Handwerkern viel Mühe und Geschicklichkeit.

    Um Korbpapier zu produzieren, benötigt man viel Wasser. Vor allem sauberes Wasser. Das entstandene Korbpulver wird durch Feuer fertiggestellt. Die schwarze Rinde muss abgezogen und in grossen Mörsern zerkleinert werden. Auf Korbpapier wurden Gedichte geschrieben und Volksbilder veröffentlicht.

    Der Klang der beim zerkleinern des Korbpapieres entsteht, ist ein besonderer. Er ist allen Leuten in der Umgebung bekannt und es gibt sogar ein Gedicht, in dem ein See mit diesem Klang in Verbindung gebracht wird.

    Heute existiert dieses Dorf leider nicht mehr, weil dieses Handwerk durch die moderne Papierproduktion abgelöst wurde.

     
  4. Keramik aus dem Dorf Bat Trang:

    Das Dorf liegt an dem Roten See, 10 km südlich-östlich von Hanoi. Dieses Dorfes ist seit langer Zeit überregional durch seine Keramikproduktion berühmt. Dort wird besonderes und wertvolles Kermaikmaterial verarbeitet. Es wird auch Emaile verwendet. Emaile mit Edelsteinen, Emaile mit braunen, geblümten Farben, Emaile mit Falten, Emaile in helbbrauner Farbe usw..

    Traditionelle Keramikprodukte sind u. a. Verehrungsgefässe, Gefässe für Räucherstäbchen, Altare, Vasen, Teller, Schmuck, Tierfiguren und vieles mehr.

     
  5. Das Seidendorf Ha Dong:

    Das Dorf Ha Dong liegt in nordwestlicher Richtung unweit vom Zentrum Hanois. Dieses Dorf existiert schon seit hunderten Jahren. Das hauptsächliche Handwerk ist die Produktion von Seide. Daraus wird dann Kleidung, Tischdecken, Tücher und vieles mehr gefertigt. Seide ist der beliebteste Stoff der vietnamesischen Frauen. Die Kleidung aus Seide betont auf besonders weiche und feine Art die Figur ihrer Körper. Berühmt ist das traditionelle "Ao Dai" der Frauen in Vietnam.

© Luong Thy Trang
thytrangus@yahoo.com

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