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Leben in Hanoi
Na gut, dann schreibe ich also mal ein wenig über das Leben in Vietnams Hauptstadt Hanoi.
Ich habe selber 6 Monate dort verbracht und es ist sicher eine der interessantesten und sichersten Städte in Asien. Sie wird nicht umsonst als Paris des Ostens bezeichnet und die Franzosen haben hier offensichtlich Ihren Einfluss hinterlassen. Das Leben spielt sich hauptsächlich in den Strassen Hanois ab, etliche Motorräder fahren hier mit einem Tempo durch die Strassen, Händler bieten ihre Waren an und man kann an jeder Strassenecke eine Phoe (Nudelsuppe) essen- ein günstiges und leckeres Vergnügen. So geschäftig das Leben auch sein mag, man wird nicht müde den Leuten zuzuschauen, wie sie Ihre Ware anbieten. Mir ist aufgefallen, dass sich Restaurants und Geschäfte in den Strassen besonders im Altstadtviertel ständig ändern (manchmal monatlich). Für mich war es eine sehr interessante Erfahrung in Vietnam zu wohnen und im Nachhinein bin ich froh gewesen in Hanoi und nicht in Saigon gelebt zu haben, aber jedem das seine. Ich finde jedenfalls, dass in Hanoi schon genug Motorräder auf den Strassen zu finden sind- Saigon setzt da noch einen drauf mit mittlerweile ca. 8 Millionen Einwohnern. Sowieso finde ich auch, dass Hanoi eine charmante Stadt ist und nicht so chaotisch wie Saigon.
Nun zurück zum Leben in Hanoi. Mir ist aufgefallen, dass die Familien in Vietnam viel enger zusammenleben (im räumlichen wie auch im übertragenen Sinne) als in Deutschland oder anderen Ländern Europas. Also, der Zusammenhalt oder der Stellenwert der Familie besitzt in Vietnam eine ganz andere Rolle als bei uns. Viele Familien sind noch Grossfamilien und leben auf kleinstem Raum zusammen (es ist durchaus möglich, dass 7 oder 8 Leute im gleichen Raum leben)- ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass die Mietpreise für Vietnamesen gemessen am örtlichen Gehalt oft sehr hoch und nicht erschwinglich sind. Gegenüber von meinem Büro in der Hang Muoi Street gab es zum Beispiel eine Autowerkstatt und die ganze Familie arbeitet von morgens bis abends zusammen. Sowieso arbeiten die Vietnamesen sehr hart und oft auch sehr lange- nicht umsonst spricht man von Vietnam als dem 5. Tiger in Asien.
Wenn man durch das Altstadtviertel läuft gibt es immer auch etwas neues zu entdecken, neue Restaurants, Läden, Reisebüros und Hotels oder „Guesthouses“, man kann in den Strassen Hang Bac und Hang Gai oder Hang Bao auch supergünstig einkaufen- sei es Kleider oder vietnamesische Waren, die Preise sind auf jeden Fall akzeptabel. Ebenfalls ‚muss’ man nicht unbedingt nach Hoi An fahren, um einen guten Schneider zu bekommen oder sich einen Anzug machen zu lassen- trotzdem ist Hoi An natürlich eine Reise wert, zumal von der Unesco als Weltkulturerbe bezeichnet. Was ich sagen will ist einfach, dass man diese Sachen auch in Hanoi bekommt. Handeln lohnt sich trotzdem, sonst zahlt man womöglich zu viel- oder mit anderen Worten, handeln ist unumgänglich.
Was ich sehr gerne in Hanoi gemacht habe war einfach ein Motorradtaxi (ce om ) zu nehmen und durch die Stadt zu fahren- besonders in den Sommermonaten ist dies sehr angenehm, wenn einem der Wind entgegenweht und es ohnehin sehr heiss ist. Ausserdem kostet es nicht viel (zwischen 7.000 bis 15.000 Dong, auch hier kann man ein wenig handeln, die Fahrer verlangen grundsätzlich einen zu hohen Preis), auch wenn dieser sowieso niedrig ist.
Wenn man in Hanoi ein bisschen Ruhe haben will kann man einfach zum Truc Bac Lake oder dem West Lake fahren und etwas spazierengehen oder sich auf ne Bank setzen (das gleiche gilt auch für den Hoan Kiem See, allerdings ist die Chance dort von jemandem angesprochen zu werden sehr gross)- der See an sich ist jedoch sehr schön und die Pagode auf der Halbinsel eine Attraktion. Ein weiterer angenehmer Zeitvertreib sind die Biergärten in Hanoi oder irgendwelche Kneipen in der Nähe der Kathedrale oder einfach irgendwelche kleinen Plätze, wo man sich hinsetzt und in aller Ruhe ein Bier trinkt (Vorsicht vor Eiswürfeln). Habe das zigmal gemacht und so lässt es sich aushalten. Ein absoluter Geheimtip im Zentrum Hanois ist übrigens das Cafe in der Hang Gai Street 11- wenn man es nicht weiss würde man vermutlich vorbeigehen, denn der Eingang ist schmal und ist ebenfalls Eingang eines Kleidergeschaeftes. Man hat jedoch vom 5. Stock einen super Blick auf die Stadt und den Hoan Kiem See. Unbedingt zu empfehlen.
© Johannes Kunz
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