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Höhepunkte meiner Rundreise durch Vietnam im März 2003:
Flug nach Hanoi – Sonntag / Montag 09. + 10.03.2003
Der Wecker klingelte um 6.30. Es gab Frühstück und die letzten Sachen wurden zusammengepackt. Dann ging es gegen 7.30 los und als ich draußen an der Einfahrt stand, kam auch schon das Taxi vorgefahren, was mich zum Lufthansa Center am Bauhaus bringen sollte.
Um 7.40 waren wir dort und ich ging ins LH Center hinein. Dort nahm ich Platz und wartete auf den Bus. Ich war sehr aufgeregt, denn dieser Urlaub versprach etwas völlig anderes zu werden, als dass, was ich bisher so erlebt hatte.
Gegen 7.45 kam dann auch schon der Bus und gegen 7.50 begannen wir alle mit dem einsteigen. Pünktlich um 8.00 ging es dann los zum Flughafen und wir fuhren über die kaum befahrende A5. Die Fahrt dauerte ziemlich genau eine Stunde, so dass wir gegen 9.00 am Flughafen ankamen. Ich ging zur Sky-Line um zum Terminal 2 zu fahren. Dort ging es zum Malaysia Airlines Schalter. Auf dem Röntgen-Bildschirm sahen dem Sicherheits-Mitarbeiter meine Mitbringsel etwas merkwürdig aus und so wurde ich gebeten, meinen Koffer zu öffnen. Nach einer Routine-Untersuchung konnte ich dann einchecken und hatte nun noch einiges an Zeit.
Ich fuhr zunächst zum Terminal 1 zurück und schlenderte dort umher. Irgendwann ging ich hoch zur Airport-Gallerie und machte dort ein kurzes Frühstück. Dabei wanderte dann mein Blick zu den Ausstellungs-Kästen und stellte mit Erstaunen fest, dass dort Bilder aus Vietnam gezeigt wurden und davon nicht wenige. Wirklich witzig, dass diese Ausstellung gerade jetzt war.
Es ging dann zum Terminal 2 zurück. Gegen 10.10 ging ich durch die Sicherheitskontrolle und bummelte dort dann ein wenig umher. Gegen 11.10 fand ich mich dann am Gate E4 ein, wo es um 11.30 mit dem Boarding losgehen sollte. Zunächst ließ ich mir meine Bonus-Meilen gutschreiben, dann nahm ich Platz und wartete auf das einsteigen. Das begann dann auch um 11.30 und es wurde die Maschine von hinten nach vorne Reihenweise gefüllt. Ich musste eine Weile warten, bis dann meine Reihe aufgerufen wurde. Ich hatte Sitzplatz 14K.Um 12.00 saßen wir dann alle in der Maschine es ging pünktlich los. Ich war wirklich aufgeregt. Es ging zur Startbahn 18. Die Flugzeit sollte 11 Stunden und 50 Minuten betragen, so dass wir ca. gegen 6.00 Ortszeit in Malaysia landen sollten.
Die Maschine, eine Boeing 777-200, war wirklich sehr bequem und auch der Service war einfach perfekt. Es gab dann etwa 1,5 Stunden nach dem Start die erste Mahlzeit. Vorher war eine Karte ausgeteilt worden. Man hatte die Wahl zwischen drei Menüs. Das Essen war wirklich sehr gut und stellte alles bisher da gewesene in den Schatten. Auch das Unterhaltungsprogramm war sehr gut. Zwischendurch schaute ich mal in das Bordmagazin hinein und stellte mich erstaunen fest, dass dort ein Bericht über die Halong-Bucht drinstand. Wieder so ein Zufall. Erst die Ausstellung in der Airport-Gallerie in Frankfurt und jetzt das. Ich versuchte dann ein wenig zu schlafen und hatte extra leichte Schlaftabletten besorgt, von denen ich zwei genommen habe, aber irgendwie wirkten diese Dinger überhaupt nicht. Es gab dann etwas 1,5 Stunden vor der Landung ein Frühstück, welches ebenfalls sehr gut war und um 6.15 Ortszeit landeten wir dann in Kuala Lumpur.
Der Flughafen, welcher einfach nur gigantisch war, beeindruckte mich sehr. Die Architektur war futuristisch und die Sauberkeit unvergleichbar gut. Wir waren am Gate C3 angekommen. Dieses Gate lag im Satelliten-Terminal. Das Terminal sah aus, wie ein riesiges Pluszeichen. In der Mitte befand sich eine Grünfläche mit Palmen. Durch unseren Ausleger dieses Pluszeichens fuhr die Verbindungsbahn zum Hauptterminal. Es war das gleiche System wie in Frankfurt und wurde hier Aero-Train genannt. Zunächst ging ich ins Zentrum des Terminals und schaute auf den Monitoren, von wo mein Anschlussflug nach Hanoi starten sollte. Dort war Gate A6 um 10.00 Uhr im Hauptterminal angegeben. Bevor ich dort hinfuhr, schaute ich mich erstmal in aller Ruhe im Satelliten-Terminal um. Da es recht früh war, öffneten jetzt erst langsam die Läden. Es war auch nur wenig los. Dann fuhr ich zum Hauptterminal, um zu schauen, von wo es losgehen sollte.
Es war noch viel Zeit, deshalb besuchte ich noch mal den Satelliten-Terminal bevor ich mich dann gegen 9.15 wieder am Gate A6 eintraf, wo dann bald die Sicherheitskontrolle öffnete und man in den Wartebereich konnte. Dabei musste man dann ein Einreise-Formular ausfüllen. Dann begann das Einsteigen und ich hatte Sitzplatz 5F. Um 10.00 ging es dann los. Neben mir saß eine deutsche Familie, die eine Rundreise mit Meier’s Reisen gebucht hatte und auch das erste Mal nach Vietnam flogen. Der Flug sollte 3 Stunden dauern und es gab bald nach dem Start eine Mahlzeit. Dann versuchte ich ein wenig zu schlafen, was aber wieder nicht gelang. Dabei war ich recht müde.
Leider war es während des Fluges oftmals bedeckt, so dass man auf dem Boden nicht viel erkennen konnte. Um 12.15 erreichten wir Hanoi. Da es über Hanoi bewölkt war, bekam ich Vietnam erst zu sehen, als wir die Wolkendecke durchflogen hatte und dann gab es endlich den ersten Sichtkontakt und man konnte Straßen, einzelne Häuser und rötliche Feldwege erkennen. Dann landeten wir auf der nicht mehr ganz so neuen Landebahn, während man erkennen konnte, dass gerade eine neue Landebahn gebaut wurde. Dann dockten wir an einem modernen Terminal an, welcher erst vor kurzem in Betrieb sein konnte. Ich war erstaunt von diesem Flughafen. Dann ging es eine Ebene tiefer zur Passkontrolle. Das ganze Prozedere dauerte kurze 10 Minuten und noch mal 5 Minuten später hatte ich auch schon meinen Koffer in der Hand. Das war wirklich schnell gegangen.
Es ging dann durch den Zoll, wo das Einreiseformular geprüft wurde und mir dann der gelbe Durchschlag überreicht wurden, den ich zur Ausreise brauchte. Dann ging es in die Ankunftshalle ich wurde prompt von meiner Verlobten und ihren Brüdern, sowie einem Freund, der deutsch sprach, empfangen. Es war ein netter Empfang und dann ging es auch sofort los nach Hai Phong. Es war ein geräumiger Wagen gemietet worden und es dauerte dann nur wenige Momente, wo es dann die erste interessante Begegnung mit dem für mich neuem Land gab. Der Straßenverkehr ist gewöhnungsbedürftig. Es geht erstmal nicht so schnell und die Hupe ist das wichtigste am ganzen Fahrzeug, denn damit bahnt man sich seinen Weg durch das Gewühl von Handkarren, Fahrrädern, Mopeds, langsamen LKW und Bussen. Der erste Eindruck war somit erstmal von gemischten Gefühlen begleitet, was aber auch viel mit der Müdigkeit zu tun hatte, und dem Wunsch, möglichst bald in einem Bett zu liegen. Doch das konnte ich erstmal vergessen, denn es standen ca. 3 Stunden Autofahrt vor mir. Wir brauchten erstmal eine Weile, um zur Autobahn zu kommen, welche Hanoi mit Hai Phong verbindet. Alleine das dauerte auf Grund des Verkehrs bestimmt bald 45 Minuten. Danach erreichten wir den Anfang der Autobahn, wobei diese Autobahn auch nicht so ganz das war, was man sich unter einer Autobahn vorstellte. Es war mehr eine vierspurige Straße mit Radwegen an den Seiten mit Kreuzungen, Zebrasteifen und Kreisverkehren. Auch dort behinderten sich Mopeds, Auto und LKW gegenseitig und auch hier war der Dauereinsatz der Hupe zwingend erforderlich. Ich schaute mir während der Fahrt die Umgebung an. Die Häuser sind allesamt der schmal und von Baustil alle sehr ähnlich. Überall vor den Häusern werden irgendwelche Dinge verkauft. Einige Häuser waren im guten Zustand, andere sahen baufällig aus. Zwischendrin stieß man auf Fabriken, Tankstellen oder Felder. Die Fahrt zog sich hin. Obwohl mir bei späteren Fahrten die Strecke weniger lang vorkam, erschien die Fahrt jetzt ins endlose zu gehen. Irgendwann fuhren wir rechts ab in eine schmale Straße. Dort ging es verkehrstechnisch auch ziemlich drunter und drüber. Die Fahrt war aber keineswegs zu Ende, sondern irgendwann stießen wir auf eine andere ausgebaute Straße, der wir eine ganze Weile folgten, bis wir dann wiederum auf eine andere Straße bogen und irgendwo immer weiter fuhren. Den Überblick hatte ich verloren. Irgendwann war es dann aber doch geschafft und wir hielten vor einem schmalen Haus, wo wir auch schon erwartet wurden. Es gab erstmal den berühmten grünen Tee und ich lernte einen Teil der Familie kennen. Es wurde auch ein kleiner Imbiss mit Brot und Wurst gereicht, da ich nun doch ein wenig Hunger bekommen hatte. Dann ging es zum ausruhen in ein Hotel, welches etwa 300m vom Haus meiner Verlobten entfernt. Es war ein einfaches, aber schönes Zimmer. Bis 19.00 ruhte ich mich aus. Dann sollte es Abendessen geben. Zum Abendessen kam die ganze Familie zusammen und wir wurden schnell um die 20 Personen. Es war erstaunlich, wie man alle 20 Leute in dem beengten Raum unter bekam. Es gab ein tolles Essen mit vielen neuen Geschmacksrichtungen und einer familiären Atmosphäre.
Nach dem Essen wurden ein paar Fotos gemacht, dann ging es gegen 20.30 ins Hotel zurück, da ich nun hundemüde war. Jetzt hatte ich mit dem Einschlafen wahrlich keine Probleme mehr.
Ausflug nach Hanoi – Donnerstag 13.03.2003
Der Tag begann zeitig mit einem Frühstück bevor es dann von Hai Phong nach Hanoi gehen sollte. Vor uns lag nun wieder die Fahrt über die „Autobahn“ nach Hanoi. Zuerst erledigten wir ein paar Behördenbesuche, dann begann die eigentliche Stadtbesichtigung.
Auf den Weg zu den Behörden waren wir irgendwie kreuz und quer durch Hanoi gefahren. Wir fuhren zunächst wieder kreuz und quer durch die Innenstadt und hielten dann irgendwann an, um die erste Besichtigung zu starten. Es war die historische Universität für Literatur. Nach einer herkömmlichen Universität sah es jedoch nicht aus. Das kam daher, dass solche Institutionen früher innerhalb von buddhistischen Tempelanlagen lagen. Aber es gab Steintafeln, auf denen die Schüler der Universität eingemeißelt waren. Insgesamt eine sehr schöne Anlage, wo ich einige Fotos machte.
Nächstes Ziel war das berühmte Ho Chi Minh Mausoleum. Davor befand sich eine riesige Grünfläche. Es war ganz nett dort und es war nicht viel los. Danach ging es weiter zu den großen Seen im Nordwesten der Stadt. Dort machten wir auch Halt um Mittag zu sehen. Es war ein schönes Lokal direkt am See. Es waren einige graue Wolken aufgezogen und es regnete ein wenig. Glücklicherweise hörte der Regen dann wieder auf und wir konnten uns noch eine Pagode am See anschauen, welche aber leider wegen Renovierung geschlossen hatte.
Es ging nun weiter zu einem anderen See. Dieser lag im Le Nin Park. Wir gingen dort spazieren. Zuvor hatte es wieder angefangen zu regnen, doch als wir ausstiegen hörte es gerade wieder auf. Für den Park musste man einen kleinen Eintritt bezahlen. Man sah die Gleise einer Minibahn, welche wohl im Sommer zum Einsatz kam. Wir gingen über eine Brücke auf eine kleine Insel und dann um den ganzen See herum. Es war sehr schön dort. Nach dem ausgiebigen Spaziergang ging es dann zu einem anderen See, nämlich den Hoan Kiem See, wo wir auch ein historisches Bauwerk auf einer kleinen Insel.
Nach dieser Tour taten mir dann langsam die Füße weh und wir beschlossen, wieder nach Hai Phong zu fahren. Also ging es die Strecke wieder zurück und ich war fest entschlossen, im nächsten Urlaub wieder nach Hanoi zu fahren und mehr Zeit mitzubringen.
Fahrt zur Insel Cat Ba – Freitag 14.03.2003
Der heutige Tag begann eigentlich viel zu früh und ich war hundemüde. Es sollte zur Insel Ca Ba gehen. Schon um 7.00 standen wir auf und es gab Frühstück. Um 9.00 waren wir dann bereits im Haus meiner Verlobten. Der Weg vom Hotel ins Haus war übrigens interessant. Irgendwie mussten wir ja den schweren Koffer ins Haus bekommen und was tat meine Verlobte? Sie winkte jemanden mit einem Motorroller herbei, der dann den schweren Koffer auflud und ins Haus fuhr. Ich war erstaunt, wie er das hinbekam, ohne zu stürzen oder den Koffer fallen zu lassen. Zumindest musste ich erstmal schwer schlucken.
Überraschend hatten wir nun noch viel Zeit. Offenbar hatte meine Verlobte etwas mit den Abfahrtszeiten der Schiffe durcheinander gebracht, oder ich hatte zu sehr getrödelt. Zumindest konnte ich die nun gewonnene Zeit zum ausruhen nutzen. Gegen 11.00 brachte mir Ngoc Anh eine Suppe und danach bereiteten wir uns für die Fahrt zum Hafen vor. Gegen 12.00 ging es dann mit einigen Taschen Gepäck los. Den schweren Koffer ließen wir in Hai Phong zurück. Das Taxi fuhr durch einige weniger saubere Stadtteile zum Hafen, wo wir dann auf ein Schiff wechselten.
Es gab mal wieder das pure vietnamesische Leben zu sehen, denn es handelte sich keineswegs um einen typischen Touristendampfer, sondern um das reguläre Schiff für die Einheimischen. Wir hatten bis zur Abfahrt noch etwa 30 Minuten Zeit und es war mächtig Betrieb. Neben den Fahrgästen stiegen stets auch Händler an Bord, welche einem Proviant, Zeitschriften, Bücher oder andere Dinge verkaufen wollten. Bis 13.00 füllte sich das Schiff dann mehr und mehr und dann ging es los. Auch auf diesem betagten Schiff musste man auf Unterhaltung nicht verzichten. Am vorderen Ende des Fahrgastraumes stand ein Fernseher. Dort wechselte das Programm über diverse TV-Programme bis hin zu Musik VCDs.
Es ging zunächst den Fluss entlang bis ins Meer hinaus und wir fuhren dabei durch den Containerhafen von Hai Phong. Es dauerte etwa 45 Minuten, dann tauchten in der Ferne die ersten Felsformationen auf. Dort zunächst legten wir nach nun etwa einer Stunde Fahrt an einer anderen flachen Insel oder Halbinsel an und es stiegen eine Menge Leute aus und wieder Hinzu. Dann ging es mit direktem Kurs in die Felsinseln hinein. Nun wurde es richtig interessant und zum ersten Mal sah die berühmten Felseninseln der Halong Bucht mit eigenen Augen. Es dauerte nun noch eine ganze Weile bis wir dann in die Bucht einbogen, in welcher der Hafen der Insel Cat Ba lag. Es war nun 15.30 als wir anlegten. Noch auf dem Anlegekai wurden wir von mehreren Hotelangestellten angesprochen, die um ihre Zimmer warben. Sie hatten alle eine Mappe mit Fotos der Zimmer dabei und nannten dazu die Preise. So konnte man wählen, welches Zimmer einem vom Aussehen und Preis am meisten zusprach. Wir entschlossen uns für ein nettes Hotel direkt am Anleger für 10 Dollar die Nacht. Das Hotel trug den Namen „Phù Gia“. Unser Zimmer lag in der ersten Etage.
Als erstes ruhten wir uns ein wenig aus, denn nach den kurzen Nächten der letzten Tage hatte sich doch ein gewisses Erholungsbedürfnis angesammelt. Gegen 18.30 ging es dann los um zum Abendessen zu gehen. In einem kleinen Lokal gönnten wir uns eine Suppe. Danach kehrten wir noch kurz in eine Disco ein, in welcher einer von den Brüdern meiner Verlobten mal gearbeitet hat und wo sie noch eine Bekannte hatte. Wir ließen uns dort also für etwa eine Stunde nieder und kehrten dann ins Hotel zurück. Es ging dann bald ins Bett um fit für den morgigen in die Inselwelt zu sein.
Rundfahrt Halong Bucht / Rückfahrt nach Hai Phong – 15.03.2003
Der heutige Tag begann um 8.00 Uhr und es gab nach einer Dusche das von Hai Phong mitgebrachte Frühstück, nämlich Brot mit Butter und Wurst. Nach dem Frühstück packten wir dann schon mal unsere Sachen wieder soweit zusammen, da es ja heute Nachmittag schon wieder zurückgehen würde. Drei Wochen für eine Vietnamreise sind doch einfach zu kurz!
Um 9.00 gingen wir dann raus zum Anleger. Unser Hotelangestellter, welcher uns gestern ja schon in Empfang genommen hatte, hatte ein Boot für eine Rundfahrt arrangiert. Das fand ich toll, denn ich hatte mit einem Touristenboot gerechnet, aber das war ein Boot nur für meine Verlobte und mich. Und damit ging es dann los durch den Hafen von Cat Ba. Dort gab es die berühmten schwimmenden Dörfer, d.h. alles was man sonst in einem Dorf an Land befindet, findet sich hier in schwimmenden Häusern, also Wohnhäuser, Läden, Garküchen und Tankstellen. In einige schwimmende Dörfer kommen sogar Lehrer zum unterrichten.
Die Fahrt durch die Inselwelt war faszinierend, denn oft sah man kleine schöne Buchten, wo man den ganzen Tag zum sonnen und baden verbringen könnte. Hier und da traf man auf kleine Ansammlungen von Hausbooten, welche sozusagen kleine Minisiedlungen auf See darstellten. In einigen größeren Buchten standen auch mal ein paar wenige Häuser.
Unterwegs traf man mal auf das eine oder andere Boot oder Schiff, ansonsten hatten wir unsere Ruhe. Gegen 12.00 legten wir an einer kleinen Insel an. Wir setzten mit einem kleinen Ruderboot über und gingen erstmal auf Toilette und machten dann ein paar Fotos. Es war eine schöne kleine Insel mit einem kleinen Strand. Man hätte hier Stunden in aller Ruhe verweilen können. Doch leider mussten wir ja weiter und somit ging es dann gegen 12.30 weiter nach Cat Ba und waren auch bald dort. Um 13.00 legten wir an und gingen erstmal etwas essen. Wir gingen in das gleiche Lokal wie gestern Abend.
Als wir um 13.45 unser Hotelzimmer erreichten, hatten wir noch Zeit, um ein wenig zu ruhen. Dann ging es gegen 14.45 zum Anleger. Zurück ging es nun mit einem Schnellboot. Das ist sozusagen die Touristenvariante, weil es auch teurer ist. Das Schnellboot bot als Unterhaltungsprogramm ebenfalls einen Fernseher, welcher während der Fahrt dann wieder Musikvideos zeigen sollte.
Um 15.00 legten wir ab und was mich erstaunte, war der Service an Bord. Es gab ein Erfrischungstuch und eine Flasche Mineralwasser. Als Unterhaltung lief eine Musik-Lifeshow, welche zum Neujahrsfest in Saigon aufgenommen wurde. Die Fahrt selbst dauerte nur eine Stunde und manchmal polterte das Wasser gegen das Boot und es schaukelte. Aber die Fahrt war trotzdem schön und gegen 16.00 erreichten wir dann den Hafen von Hai Phong. Es ging dann mit einem Taxi wieder ins Haus meiner Verlobten zurück.
Fahrt von Hanoi nach Dong Ha – Sonntag 16.03.2003 & Montag 17.03.2003
Heute begann der Tag erst um 10.00 Uhr, da heute die große Reise nach Dong Ha starten sollte. Da aber unser Zug erst heut Abend gehen würde, hatten wir mehr als genug Zeit.
Gegen 10.30 ging es dann eine Suppe essen. Dann gingen wir ins Haus von meiner Verlobten Ngoc Anh um alles zusammenzupacken. Ngoc Anh veranstaltete eine ziemliche große Packarie und ich hatte bedenken, wie wir das alles mitbekommen sollten. Ich hatte im jeden Fall meine Mühe, sie ein wenig zu bremsen. Nach der Packarie gönnte ich mir noch ein wenig Ruhe. Um 14.00 kam ich dann zurück und es wurde der Rest gepackt. Dann saßen wir noch eine Weile ein letztes Mal im Kreise der Familie zusammen.
Um 15.15 kam dann das Taxi, was uns zum Bahnhof von Hanoi bringen sollte. Wir nahmen also Abschied, dann ging es über die Autobahn nach Hanoi. Es war zwar einiges an Verkehr unterwegs, aber wir kamen trotzdem gut durch. Gegen 17.30 erreichten wir dann den Bahnhof. Da wir noch viel Zeit hatten, setzten wir uns in die Wartehalle. Zwischendurch suchte ich mal die Toilette auf, welche doch eher im schlechten Zustand war. Ansonsten war der Bahnhof relativ gut eingerichtet. Draußen stand bereits unser Zug. Es war der Zug Nummer S1 und gehörte zu den modernen Zügen der Vietnamesischen Bahn.
Gegen 18.30 konnten wir dann einsteigen. In Vietnam kann man nicht einfach auf den Bahnsteig gehen, sondern man muss vorher sein Ticket vorzeigen. Wir gingen zum Wagen 2, denn dort hatten wir unsere Plätze. Gebucht waren die Plätze 6 und 7, was aber ungünstig war, da der Gang dazwischen lag. Darum nahmen wir die Plätze 7 und 8 und würden uns dann mit dem Fahrgast für Platz 8 schon einigen. Die Wagen waren durchaus modern. Die Sitze waren bequem und der Wagen klimatisiert. Etwa 15 Minuten vor Abfahrt kamen dann diverse Lautsprecherdurchsagen in Vietnamesisch und Englisch, welche über die Beförderungsbestimmungen informieren. Der Wagen füllte sich mehr und mehr und pünktlich um 19.00 setzte sich der Zug dann in Bewegung. Innerhalb Hanois fuhr der Zug teilweise sehr dicht an den Häusern entlang. Das Gleis führte sozusagen über den Bürgersteig. Als wir Hanoi dann langsam hinter uns ließen, fuhr der Zug dann ein wenig schneller, auch wenn das Tempo im Allgemeinen eher gemächlich ist. Doch trotzdem war die Fahrt einfach toll. Gleich nach der Abfahrt holte Ngoc Anh erstmal was zu Essen und eine Dose Bier für mich. Für den Service an Bord war übrigens bestens gesorgt. Es kam ein Suppenwagen, ein Wagen mit Eiern, ein Wagen mit Hähnchenkeulen, ein Wagen mit Tee und später ein Wagen mit anderen Getränken vorbei. An Abwechselung mangelte es also nicht. Nach dem Essen machte ich es mir im Sitz gemütlich und lauschte dem Klappern und Scheppern des Wagens, während er über die nicht mehr ganz so neuen Gleise fuhr.
Es wurde langsam später und im Zug kehrte die Nachtruhe ein. Es wurden zunächst Decken ausgeteilt, wie man sie in Flugzeugen bekommt. Dann wurde das Licht auf ein Minimum reduziert, so dass man besser schlafen konnte. Somit döste ich vor mich hin und sah hinaus, wie die Lichter vorbeihuschten. Wie immer auf solchen Fahrten, fange ich dann an, über dies und das nachzudenken. So dachte ich über die bisherigen Ereignisse nach und wie vertraut mir langsam dieses Land geworden ist. Es war durch Ngoc Anh meine zweite Heimat geworden und der Gedanke gefiel mir und sollte mir im laufe des weiteren Urlaubs immer besser gefallen. Während der Fahrt schlief ich einige Male ein. Im Halbschlaf bekam ich den einen oder anderen Zwischenstopp mit. Gegen 5.45 war ich dann wieder munterer und so langsam wurde der ganze Zug wieder wach. Es dämmerte und ich stellte fest, dass sich die Landschaft geändert hatte. Alles erschien in einem satten grün. Wir waren in Quang Tri. Gegen 6.15 erreichten wir den Stadtrand von Dong Ha und wir packten unsere Sachen zusammen und bereiteten uns aufs Aussteigen vor, was mit dem ganzen Krempel ja nicht so ganz Ohne war. Pünktlich um 6.19 fuhren wir dann in den Bahnhof von Dong Ha ein.
Wir stiegen aus und gingen zum Bahnhofsgebäude. Dann erschien jemand von World Vison und nahm uns in Empfang. Die Dame hieß Linh und sollte uns auch am Mittwoch ins Projektgebiet begleiten. Zunächst einmal gingen wir ins Bahnhofsgebäude um ein Taxi zu rufen, was uns in das Hotel bringen sollte, was World Vision für uns reserviert hatte. Während wir auf das Taxi warteten, zeigte mir Linh die original Unterlage von Thiên mit dem gleichen Foto, was ich ja bereits im Februar 2002 erhalten hatte. Ich sah mir die Unterlage mal genauer an. Wenn ich das richtig gesehen habe, heißt nicht mir Thiên’s Bruder fast genauso wie er, sondern der Vater auch. Zumindest las ich den Namen Thiên auf dem Blatt dreimal. Ich fragte, was denn Thiên zu unserem Besuch meinte. Sie sagte, dass er sich sehr freue, aber auch ein wenig ängstliche darüber war. Das Taxi kam und wir fuhren ins Hotel. Nachdem wir auf unserem Zimmer waren, verabschiedete sich Linh wieder und wir machten ab, uns am Mittwoch um 8.00 zu treffen. Das Projektgebiet selbst liegt nur ca. 30 Minuten von Dong Ha entfernt.
Als erstes gingen Ngoc Anh und ich frühstücken. Dazu gingen wir in eine Suppenküche, welche nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt lag. Danach packten wir unsere Sachen aus und ruhten dann bis etwa 11.30. Danach machten wir uns frisch und Ngoc Anh holte was fürs Mittagessen. Danach gingen wir zur Rezeption, um ein Taxi zu bestellen, was uns dann ins PLAN-Büro bringen sollte. Das Büro war gar nicht mal weit entfernt und gegen 13.00 waren wir dort. Wir wurden freundlich empfangen und ich bekam noch mal den Termin für Freitag bestätigt. Um 8.30 würde es dann losgehen, um Tien zu besuchen. Nun informierten wir uns über die Projektarbeit von PLAN und dabei verging eine Stunde wie im Fluge. Dann fuhren wir mit einem Taxi zum Bahnhof, um die Fahrkarten für unsere Fahrt von Dong Ha nach Saigon zu kaufen. Es sollte mit dem gleichen Zug, nämlich den S1 Zug nach Saigon gehen. Allerdings hatte Ngoc Anh wieder Sitzplätze statt Liegen gebucht und ich überlegte, wie man wohl 22 Stunden Bahnfahrt aushalten sollte.
Es ging ins Hotel zurück und wir machten für den Rest des Tages den Ruhigen. Wir sahen uns dabei die Verlobungsfotos an. Ngoc Anh führte dann ein paar Telefonate, um einen günstigen Wagen mit Fahrer für unseren Ausflug nach Hué. Gegen 19.00 gingen wir dann fürs Abendessen einkaufen. Danach ging ich duschen und Ngoc Anh wusch die Wäsche.
Gegen 22.30 ging es dann ins Bett um fit für unseren Ausflug nach Hué zu sein.
Ausflug nach Hué – Dienstag 18.03.2003
Heute sind wir gegen 8.00 aufgestanden. Um 9.00 sollte es nach Hué gehen. Doch erstmal wurde geduscht und dann gegen 8.30 gefrühstückt. Es gab wieder eine Suppe in der Suppenküche nahe dem Hotel.
Als wir zurückkamen wartete bereits unser Fahrer auf uns. Ich holte noch schnell den Rucksack aus dem Hotelzimmer, dann begann unsere Fahrt nach Hué. Es ging auf die Hauptstrasse Richtung Süden und für mich war die Fahrt natürlich sehr interessant. Ich lernte somit die Provinz Quang Tri besser kennen, die Heimat meiner beiden Patenkinder Thiên und Tien. Gleich hinter Dong Ha begann der Bezirk Trieu Phong, welchen wir morgen besuchen würden und ich fragte mich, wo dort wohl mein Thiên leben mochte. Auf jeden Fall genoss ich die Fahrt und ich stellte fest, dass auch Quang Tri auf den Weg in eine bessere Zukunft war. Bis auf einige kurze Abschnitte war die Strasse sehr gut ausgebaut. Dort wo so noch nicht ausgebaut war, waren Baustellen für den Ausbau errichtet. Da Hué in einer anderen Provinz lag, überquerten wir dann ca. nach 40 Minuten die Grenze zur Provinz „Thùa Thiên Hué“. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir dann die Stadt Hué und zunächst irrten wir ein wenig dort umher, da Ngoc Anh eine Verwandte von ihr abholen wollte und der Fahrer zunächst die Straße nicht fand.
Die Verwandte lebte in einer kleinen Seitenstraße direkt am Parfümfluss gelegen, welcher durch Hué floss. Wir hielten vor ihrem Haus und gingen hinein. Wir blieben dort eine kurze Weile, dann machten wir uns zusammen auf den Weg. Erstes Ziel sollte die verbotene Stadt sein. Sie hieß so, weil früher nur die Kaiserliche Familie Zugang zu diesem Stadtteil hatte. Hué war praktisch die alte Kaiserstadt der so genannten Nguyen-Dynastie. Die Nguyen-Dynastie war die letzte große Kaiserdynastie des alten Vietnams. Vielleicht war das der Grund, warum es in Vietnam so viele Menschen mit Nachnamen Nguyen hieß, was ja auch auf meine Patenjungs ausnahmslos zutraf.
Der Kaiserpalast in der verbotenen Stadt sah schon ganz interessant aus. Man fand den typischen asiatischen Baustil vor. Durch Zufall kamen wir an einer deutschen Führung vorbei und hörte kurz zu. Die Leute standen vor einem Modell der verbotenen Stadt und der Fremdenführer erklärtem was davon heute noch übrig war. Viel war es leider nicht mehr, denn einige Bauten waren im Laufe der Jahre verfallen und andere im Vietnam-Krieg zerstört worden. Die noch vorhandenen Bauten wiederum waren restauriert worden und ließen den Prunk der einstigen Anlage zumindest erahnen. Heute war übrigens ein sehr sonniger Tag und manchmal wurde es einem richtig warm. Da ja vietnamesische Frauen eher auf blasse Haut stehen, liefen Ngoc Anh und ihre Verwandte stets mit einem Schirm durch die Gegend.
 Wir kauften dort übrigens auch ein paar Andenken. Dann gingen wir langsam wieder zurück, um uns die nächste Sehenswürdigkeit anzuschauen. Diese Sehenswürdigkeit lag jedoch nicht direkt in Hué, sondern etwas außerhalb. Die Fahrt führte über einen schmalen Weg weit hinaus aus der Stadt in eine sehr reizvolle Gegend. Wir erreichten dann das Kaiser Dinh Mausoleum, welches ziemlich groß angelegt ist. Es war praktisch direkt am Berghang gebaut worden, weswegen man ziemlich viele Stufen heraufsteigen musste, um in die eigentliche Grabkammer zu gelangen. Dafür bekam man dann aber auch einen tollen Ausblick geboten. Wir ruhten uns oben ein wenig aus und aßen ein Eis. Dann begannen wir mit dem Abstieg.
Unten angekommen machten wir uns auf den Weg zurück nach Hué, um dort zum Mittagessen zu gehen. Also ging es den ganzen Weg wieder zurück in die Stadt. Wir suchten uns ein nettes Lokal und es gab gutes Essen. Danach besuchten wir ein weiteres Ziel. Es sollte zur so genannten kaiserlichen Zitadelle mit weiteren Gräbern und mehr gehen. Dafür fuhren wir zunächst in die gleiche Richtung, aus der wir vorhin gekommen waren. Irgendwann bogen wir jedoch in eine andere Seitenstrasse und folgten Dieser ein ganzes Stück. Der Weg war teilweise ein wenig holprig. Dann erreichten wir unser Ziel und wir spazierten dort umher. Es gab dort einen See, die Grabstätten, einen Tempel und sogar einen Raum, wo damals Theateraufführungen stattfanden. Wir brachten dort eine ganze Weile zu, da die Anlage recht weitläufig war.
 Es ging dann wieder nach Hué zurück, wo wir noch ein wenig am Parfümfluss verweilten. Wir gönnten uns noch einen Drink, gingen etwas spazieren, bevor wir dann die Verwandte wieder nach Hause fuhren und nach einer kurzen Pause dort wieder Richtung Dong Ha fuhren. Wir fuhren wieder etwa eine Stunde zurück und erreichten dann etwa gegen 17.30 unser Hotel in Dong Ha.
Um 19.00 gab es dann Essen. Ansonsten passierte dann am Abend nicht mehr viel, denn wir wollten ja für den morgigen Tag fit sein, denn dann sollte ich meinen ersten Patenjungen Thiên kennen lernen, welcher ja der Grund dafür war, weshalb ich dieses Jahr hier in Vietnam war. Es ging daher um 21.30 ins Bett.
Fahrt nach Saigon – Samstag 22.03. & Sonntag 23.03.2003
Der Wecker klingelte um 4.45 und ich ging schnell duschen. Wir packten dann die letzten Sachen und schon um 5.30 ging es bereits mit dem Taxi zum Bahnhof.
Es fing erst langsam an zu dämmern und ich nahm mir vor, noch ein Foto vom Bahnhof zu machen, wenn es dann gegen 6.00 etwa heller sein würde. Es war noch leer in der Halle, als wir ankamen, doch schon bald wurde es etwas reger.
Es war nun 6.10 und wir gingen hinaus auf den Bahnsteig. Wir verabschiedeten uns von Linh und wir warteten auf unseren Zug, welcher sicher bald kommen würde. Ich machte nun noch schnell ein Foto vom Bahnhof Dong Ha, dann gingen wir an die Stelle auf dem Bahnsteig, wo unser Wagen zum halten kommen sollten. Wir hatten übrigens wieder unsere Plätze im Wagen 2 und dabei die Sitzplätze 1 und 2, also genau eine Reihe weiter hinten als letztes Mal.
Pünktlich um 6.19 fuhr dann auch unser Zug ein und wir suchten unsere Plätze auf. Um 6.22 setzten wir uns dann in Bewegung und vor uns lagen ziemlich genau 1100 km Strecke, welche wir in 22 Stunden bewältigen sollten.
Der Servicewagen mit dem Frühstück rollte heran und draußen gab es eine tolle Landschaft zu genießen und das besserte meine Laune doch mehr und mehr. Gegen 7.30 erreichten wir Hué. Kurz hinter Hué wurde es dann richtig toll, denn es folgte die Fahrt über den Wolkenpass. Der Wolkenpass ist auch die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam, sprich dahinter wurde es dann langsam tropisch, während es darüber durchaus auch mal kühler werden kann. Die Landschaft war einzigartig und ich machte zwischendurch Fotos. Hinter dem Wolkenpasse lag dann Da Nang, wo unser Zug die Fahrtrichtung änderte, weil Da Nang ein Sackbahnhof ist. Hinter Da Nang änderte sich die Landschaft wieder. Ich genoss jeden Meter der Strecke und war überrascht, wie schnell die Zeit verging. Hinter Da Nang gab es dann Mittagessen. Zwischendurch mussten wir zweimal an einer Ausweichstelle eine Weile warten, um die Gegenzüge abzuwarten. An den Wagen erkannte ich, dass uns die Züge E2 und S2 entgegenkamen. Ansonsten mussten die entgegenkommenden auf uns warten, da unser S1 Zug zu den Schnellzügen gehörte und wir damit Vorfahrt hatten. Was mich während der ganzen Fahrt übrigens erstaunte, war die Tatsache, dass unser Zugbegleiter stets der gleiche blieb. Ich hatte fest damit gerechnet, dass in Da Nang das Zugpersonal wechseln würde, doch unser Zugbegleiter von Dong Ha blieb bis Saigon und sicherlich war er seit Hanoi in diesem Zug. Somit hatte er eine 32 Stunden lange Schicht.
Während der Nachtfahrt versuchte ich dann ein wenig zu schlafen, was mir aber diesmal nicht so recht gelang, da mir der Hintern langsam wehtat. Um 4.00 erreichten wir dann Saigon und ich war hundemüde. Wir gingen auf den Bahnhofsvorplatz und versuchten ein Taxi zu ergattern, was aber nicht leicht. Für die Masse an Reisenden waren einfach viel zu wenig Taxis da, was mich sehr wunderte, da die heimischen Taxifahrer doch sicherlich die Ankunftszeiten der Züge kannten und vorbereitet sein müssten. Wir irrten also ein wenig umher und irgendwann hatten wir dann tatsächlich ein Taxi ergattert und fuhren damit in ein Hotel, welche eine Bekannte meiner Verlobten ausgesucht hatte.
Dort schliefen wir erstmal sehr lange. Danach machten wir uns frisch und damit war der Vormittag auch schon gelaufen.
Es ging nun zum Mittagessen und es gab ein wirklich gutes Essen. Mittlerweile hatte ich auch guten Hunger bekommen. Nach dem Essen ging es dann wieder ins Hotel zurück und wir ruhten weiter, da die lange Zugfahrt doch ihre Spuren hinterlassen hatte. Erst gegen 16.00 standen wir wieder.
Später gegen 17.30 gingen wir dann zurück ins Haus der Bekannten meiner Verlobten, weil es dort dann großes Essen im Kreise der Familie geben sollte und es kam auch eine erstaunlich große Anzahl Personen zusammen, denn auch in dieser Familie gab es einige Brüder und Schwestern. Einer der Brüder konnte Deutsch, da auch er in der DDR Gastarbeiter war. Es einem sehr reichhaltigen Abendessen ging es dann gegen 21.00 ins Hotel zurück.
Erkunden von Saigon – Donnerstag 27.03.2003
Wir sind heute gegen 7.30 aufgestanden. Nach dem Duschen kam dann Ngoc Anh’s Verwandte und es ging eine Suppe zum Frühstück essen.
Dann ging es mit einem Taxi in die Innenstadt. Es ging in das „Revolutions-Museum“, in welchem man einiges über die Geschichte Vietnams lernen konnte. Daher war dieser Besuch auch sehr interessant. Auf dem Weg dahin kamen wir noch am Gebäude des Volkskomitees vorbei, welches ich schon von diversen Fotos kannte. Nun stand ich also selber genau davor und nur wenige Meter entfernt steht auch nach berühmte Rex-Hotel.
Nach dem Museumsbesuch gingen wir zum Hauptpostamt, um Briefmarken zu kaufen, da ich in letzter Sekunde noch drei Postkarten nach Deutschland schicken wollte. Danach suchten wir das Büro der Malaysian Airlines, da ich mir dort noch obligatorisch den Rückflug bestätigen lassen wollte und außerdem noch wissen wollte, ob der Irak-Krieg Einfluss auf den Flug nehmen würde. Es würde aber kein Problem darstellen und somit gingen wir raus und gönnten uns eine Erfrischung. Dann zogen wir weiter um bald zu Mittag zu essen. Dabei hatte ich auf dem Stadtplan gesehen, dass es ein deutsches Lokal in Saigon gab. Da sich Ngoc Anh über meine Bemühungen mit den Stäbchen immer amüsieren konnte, war das nun die Gelegenheit zurückzuschlagen. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch ein T-Shirt und ein Cappi. Dann erreichten wir das Lokal und gingen hinein. Es war tatsächlich ziemlich auf Deutsch getrimmt und es gab sogar Krombacher und Diebels Alt als Bier zu trinken. Wir bestellten alle drei eine Frikadelle mit Kartoffel-Püree und Gemüse. Es war dann wirklich interessant zuzusehen, wie Ngoc Anh dann das erste Mal mit Messer und Gabel essen durfte, aber ich muss sagen, sie meistere es sehr gut.
Nach dem Essen zogen wir weiter und die Sonne brannte ziemlich heiß herunter, so dass wir häufiger mal eine Pause machen mussten. Wir besuchten dann noch ein Einkaufszentrum und stießen auf das eine oder andere bekannte Bauwerk, dann kapitulierten wir vor den Temperaturen und zogen uns ins Hotel zurück.
Am Abend ging es dann in eine sehr gute Garküche zum Essen und machten uns dann einen letzten gemütlichen Abend in Vietnam.
Wer mehr über meine Besuche bei meinen Patenkindern erfahren möchte, der ist eingeladen einmal meine HP unter http://people.freenet.de/saschas_patenkids/ zu besuchen.
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