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China und Đai Viêt hatten gemeinsam keine festen Grenzen. Diese Landstriche wurden von verschiedenen Bergvölker, noch dazu Nomaden bewohnt. Wie die Chinesen vorher, bekämpften die Viêts diese Bergvölker. Massgeblich war dabei, weil sich diese Völker, nach Ansicht des kaiserlichen Herrscherhauses, nicht seiner Oberhohheit beugen wollten. Ich überspringe im folgenden zahlreiche Details. Es soll hier nur ein grober Üerblick über die historischen Vorgänge gegeben werden. Nur so viel sei erwähnt, dass der Kampf der sogenannten Bergvölker nicht nur gegen das vietnamesische Herrscherhaus richtete, sondern auch gegen die Chinesen. So gründete der Häuptling der Nung, Nung Tôn Phuc, 1038 ein unabhängiges Königreich. Sein Sohn, Nung Tri Cao, wurde von einer vietnamesischen Streitmacht besiegt, jedoch vom Kaiser begnadigt. Vom vietnamesischen Kaiser selbst wurde angeordnet, sein Lehen zu vergrössern, um ihn dadurch als Verbündeten gegen China zu gewinnen. Später konnte Nung Tri Cao gegenüber den Chinesen einige militärische Erfolge feiern. Doch im Jahre 1053 wurde seine Streitmacht vernichtend geschlagen und die Ly versuchten in Folge dessen ihre Nordgrenzen besser zu sichern, indem sie sich mit den Häuptlingen einiger nördlicher Völker verbündeten.

Im Laufe der Zeit wurden am Hof des chinesischen Kaisers Stimmen laut, Annam wieder zurück zu erobern. Doch der chinesische Kaiser hatte derzeit andere Sorgen. Sie waren hauptsächlich wirtschaftlicher und sozialer Natur. Ein Resultat der langjährigen innerchinesischen Machtkämpfe. Nachdem der Kaiser im jahre 1069 abgedankt hatte und die Macht an den berühmten Wang An Shih abgab, wurden alle Bemühungen darauf gerichtet, die chinesische Wirtschaft zu reformieren. Doch diese Reformen scheiterten kläglich. Nun richtete sich wieder das Augenmerk auf Đai Viêt. Die Chinesen kundschafteten Đai Viêt aus, stellten den Tauschhandel ein und rüstete die Streitmacht des Unterpräfekten von Kuei Chou neu aus.

Diese Aktivitäten blieben dem vietnamesischen Kaiserhof natürlich nicht verborgen. Man fasste den Entschluss den Chinesen zuvorzukommen. Dazu stellte Liu I eine einhunderttausend Mann starke Armee zusammen um in Kuang Hsi einzumarschieren und die Festung Yung Chou einzunehmen.Was dann auch von Erfolg gekrönt war. Die 50.000 Mann Besatzung wurden niedergemetzelt und die Festung dem Erdboden gleichgemacht. Eine Flotte unter dem Befehl Ly Thương Kiêt eroberte die Häfen Ch’in und Lien. Eine 100.000 Mann starke chinesische Armee eilte der Armee Đai Viêt’s entgegen. Doch nach Anfangserfolgen der Chinesen wurden diese zurückgeschlagen. Nach entstehen einer Pattsituation standen sich beide Armeen gegenüber. Die Armee Đai Viêt’s verlor durch Krankheiten und Klima mehr als die Hälfte ihrer Mannschaften. Auch die Chinesen waren an einer Fortsetzung des Kampfes nicht sonderlich interessiert. Sie und die Vietnamesen einigten sich in Verhandlungen auf den Frieden. das kostete den Chinesen fünf Provinzen. Zwei jahre später wurden diese Provinzen im Austausch gegen Gefangene zurückgegeben, sich über die gemeinsame Grenze geeinigt und normale Beziehungen zueinander wiederhergestellt. Kurz darauf gerieten die Chinesen durch den infall und die Eroberungszüge der Dschurdschen in Bedrängnis. Die Dschurdschen bemächtigten sich des gesamten Nordchina. Das blieb so, bis zum Einfall und die Eroberung durch die Mongolen.

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Quelle: Zusammenfassung orientiert nach der Darstellung von “3000 Jahre Vietnam” von Lê Thành Khôi
Kindler Verlag GmbH München, Ausgabe 1969


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