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Die Hồng Bàng und das Königreich Âu Lạc

Man erzählt, dass einst Đê Minh, ein Urenkel des Kaisers Thân Nông, nahe des Fünf-Pässe-Gebirges die Göttin Tiên traf und mit dieser einen Sohn Lôc Tuc zeugte. In späterer Zeit wies Đê Minh Lôc Tuc den südlichen Teil und dem älteren Bruder Đê Nghi den nördlichen Teils seines Königreiches zu. Das Königreich unter der Herrschaft Lôc Tuc’s wurde Xich Quy genannt, das dieser unter dem Namen Kinh Dương Vương regierte.

Kinh Dương Vương nahm sich Thân Long, die Tochter von Đông Đinh zur Frau und sie zeugten einen Sohn Lạc Long Quân. Lạc Long Quân heiratete Âu Cơ, von der er hundert Söhne geschenkt bekam. Dies ist der Ursprung der Bach Viêt, der “Hundert Viêt”. Eines Tages sprach der König zu seiner Frau, dass sie sich trennen müssten, weil sie aufgrund, dass er dem Geschlecht der Drachen und sie dem Geschlecht der Unsterblichen angehören, wohl nicht in Eintracht miteinander leben könnten. Als Begründung gab er an, dass Feuer und Wasser sich gegenseitig zerstören würden. Also zog die Mutter mit der Hälfte der Kinder zurück ins Gebirge und der Vater mit der anderen Hälfte der Kinder an die Ufer des Südmeeres. Die Thronnachfolge Lạc Long Quân’s trat sein ältester Sohn Hung Long Vương an. Die Hauptstadt seines Königreiches nannte sich Phong Châu. Die Königswürde vererbte sich immer vom Vater auf den Sohn und so dauerte die Dynastie der Hung Vương achtzehn Herrscher und wurde Hồng Bàng genannt. In der letzten Dynastie der Hùng Vương wurde eine wunderschöne Tochter geboren. Der König Thục wollte sie zur Frau nehmen. Jedoch fürchtete sich der König und Vater der schönen Frau vor dem König der Thục. Zwei andere Bewerber um ihre Hand fanden sich ein. Sơn Tinh, der Geist der Berge und Thủy Tinh, der Geist der Gewässer. Der König sprach, dass er demjenigen der zwei seine Tochter zur Frau geben würde, der zuerst mit einem rituellen Geschenk eintrifft. Sơn Tinh erschien zuerst, mit einer grossen Menge wertvollster Geschenke ein, und erhielt wie versprochen die Erlaubnis des Königs Tochter zu heiraten. Sơn Tinh nahm danach seine junge Frau mit auf den Berg Tan Viên. Thủy Tinh wurde angesichts dessen furchtbar zornig und entsandte das Wasser mit mächtiger Gewalt um seinen Rivalen zu vernichten. Doch dieser liess sich nicht überraschen und schleuderte seinen Blitz vom Gipfel des Berges und trieb die Fluten des Wassers zurück. Seit dieser Zeit und um die selbe Zeit eines jeden Jahres, erwacht der Zorn auf’s neue. Und der gewaltige Kampf beider Geister wiederholt sich ständig Jahr um Jahr.

Inzwischen wurde der König von Thục aufgrund seiner Abweisung überaus wütend und gab seinen Hass auf Văn Lang an seine Nachkommen weiter. So endete die Dynastie der Hồng Bàng, als ihr letzter König betrunken schlief, wärend die Krieger Thục’s das Stadttor stürmten. Der König stürzte sich vor Angst in einen Brunnen.

Das eroberte Land wurde mit Văn Lang zu einem Königreich unter dem Namen Âu Lac vereinigt. Phong Khê wurde unter der Herrschaft von Thuc Phan zur Hauptstadt des vereingten Königreiches. Angeblich hatte der König, der sich inzwischen den Titel An Dương Vương zulegte, die Stadt nur mit Hilfe der Goldenen Schildkröte erbauen können. Eines Tages verliess der Schutzgeist Thuc Phan und schenkte ihm zum Abschied eine Tierkralle. Diese sollte ihn unbesiegbar machen, wenn er sie als Abzug für seine Armbrust benutzt. So geschah es auch, als der chinesische General Triệu Đà Âu Lạc erobern wollte. Dessen Truppen wurden vernichtend geschlagen. Daraufhin ersann der General eine tückische List. Sein Sohn heiratete die Tochter von An Dương Vương, namens Mị Châu. Kaum verheiratet vertraute Mị Châu ihrem Mann und dieser raubte die Tierkralle des An Dương Vương und überbrachte sie seinem Vater Triệu Đà. Sofort stürmten seine Truppen zum Kampf gegen Âu Lạc. Der Kraft der Tierkralle beraubt musste der An Dương Vương eine Niederlage erleiden und konnte gerade noch mit seiner Tochter an das Ufer des Meeres entfliehen. Dort angekommen erflehte er in seiner misslichen Lage die Hilfe der Goldenen Schildkröte. Als diese aus dem Meer erschien, sagte sie zu ihm: “Dein Feind steht hinter Dir!”. Daraufhin schlug der König seiner Tochter den Kopf ab und verschwand mit der Schildkröte im Meer. Die Leiche der Mị Châu wurde von Trọng Thủy nach Loa Thành gebracht, wo sie begraben wurde. Trong Thủy wurde von Reue und Trauer erfasst und stürzte sich in den Brunnen des Hofes.

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Quelle: Zusammenfassung orientiert nach der Darstellung von “3000 Jahre Vietnam” von Lê Thành Khôi
Kindler Verlag GmbH München, Ausgabe 1969


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