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Der Aufstand der Schwestern Trưng
Nam Viêt wurde nach der Eroberung in insgesamt 9 Provinzen geteilt. Sieben von ihnen unterstanden dem Generalgouvernement Giao Chi Bô und die zwei Provinzen Tan-erl sowie Hai-nan wurden zwischen dem Jahr 48 bis 46 v. Chr. von den Chinesen aufgegeben. Zu Beginn ihrer Besatzung Nam Viêts, wurden die regionalen Institutionen von den Han nicht verändert. Auch weiterhin walteten die bisherigen Legaten Nam Viêts ihren Amtes. Der Adel unterwarf sich weitesgehend der chinesischen Ordnung und wurde damit auch von der chinesischen Obrigkeit nicht sonderlich unter Druck gesetzt. Jedoch ein nicht endender Strom von Einwanderern, darunter Kolonisten, Flüchtlinge und Verbannte, verbreiteten nicht nur die chinesische Sprache und chinesische Technik, sondern auch chinesisches Gedankengut sowie die chinesische Kultur. Unzählige chinesische Schulen wurden eingerichtet. Das war ein erheblicher Wandel in der Politik der Gouverneure. Auswirkungen dieser jahrtausend alten Beeinflussung Vietnams durch China sind in Vietnam auch in der Gegenwart noch zu beobachten.
Der Adel der Lac wurde von dieser Assimilationspolitik der Gouverneure allerdings schwer verärgert. Dazu kamen noch andere Beeinträchtigungen der Interessen der Lac-Aristokratie, wie z. Bsp. die chinesische Inanspruchnahme von einem Heer von Beamten, Angestellten und Milizen, welche dadurch dem Lac-Adel nicht mehr zur Verfügung standen. Die Inbesitznahme von wertvollen Ländereien durch die chinesischen Kolonisten brachten das Fass zum überlaufen. Tô Đinh, der im Jahr 34 zum neuen Gouverneur ernannt wurde erkannte diese Unzufriedenheit und Aufruhr unter dem einheimischen Adel. Aus diesem Grund liess er Thi Sach, den Herrn von Châu Diên ermorden. Doch angesichts dieses Mordes begann der bewaffnete Aufstand unter der Führung der Frau Thi Sach’s, Trưng Trăc, unter der Teilnahme ihrer Schwester Trưng Nhi erst richtig. Sie stürmten die Residenz des Kommandanten von Liên Lâu. Der Grossteil der Verwandschaft und des einheimischen Adels schlossen sich den Schwestern an. Dabei wurden sie von den Kommandanturen von Cưu Chân, Nât Nam und Hơp Phô unterstützt. Insgesamt eroberten sie 65 Festungen und Trưng Trăc und Trưng Nhi riefen sich in Mê Linh zu Königinnen aus. Doch der schon anderthalb Jahrhunderte wärende politische, soziale und wirtschaftliche Einfluss der Han war zu gross, so dass die neuen Königinnen ihre Macht nicht lange erhalten konnten. Nach zwei Jahren mussten die Lac-Truppen durch die gut organisierte und kampfgeübte Übermacht der Han-Truppen unter der Führung des chinesischen Generals Ma Yüan eine herbe Niederlage einstecken. Die beiden Schwestern Trưng stürzten sich in den Roten Fluss. Heute ist dieser Tag in Vietnam zu einem Symbol des Kampfes gegen ausländische Herrschaft geworden.
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