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Der Einfluss der chinesischen Kultur

Der taoistische Mystizismus und der konfuzianische Rationalismus bildeten die zwei Grundsäulen der chinesischen Kultur.

Konfuzius lebte von 551 bis 479 v. Chr. und die meiste Zeit seines Lebens befand er sich auf Wanderschaft. Wärend eines vorübergehenden Aufenthaltes in seiner Heimat, gründete er eine Schule. Seine Lehren und Vorstellungen, die von seinen Schülern in den Ssu Shu - den Vier Büchern - niedergeschrieben worden, prägten zweitausend Jahre das Denken und die Vorstellungen im gesamten Fernen Osten. Konfuzius wollte nichts neues erschaffen, sondern das alte geistige Gut bewaren und den Menschen als Verhaltens- und Denkanleitung anheim legen. Besagte “Vier Bücher” waren “Gespräche und Erörterungen”, “Mass und Mitte”, “Die grosse Weisheit” und “Meister Meng”. Konfuzius Lehren stellen keine Religion dar. Vielmehr ist seine Philosophie als soziale und politische Moral, ein Verhaltensmuster für die Menschen. Grundlage seiner Anleitung zu einem korrekten Verhalten sind “das Streben nach mehr Wissen”, “Menschlichkeit und Rechtschaffenheit” - “jên und i”, seinen Mitmenschen dabei helfen diese Ziel zu erreichen und die “Korrektheit” des Tuns. Der Konfuzianismus hatte sein Fundament in dem alten agrarisch, feudalistischen Altertum und hob die Bedeutung der Gemeinschaft heraus.

Lao Tzu lebte im 5. Jahrhundert v. Chr. und gilt als Begründer des Taoismuses. Kern des Taoismus ist die Suche nach dem persönlichen Heil und Glückseligkeit des Einzelnen in dieser und der anderen Welt. Lao Tzu schrieb seine Gedanken dazu in dem Buch “Tao Teh Ching” - “Buch des Weges und der Tugend” - nieder. Im Taoismus dreht sich alles um das Tao als Ursubstanz des Weltalls woraus das “Yin” und das “Yang” - das “passive oder weibliche” und das “aktive oder männliche” Prinzip hervorgegangen ist und der ständige Wechsel von Yin und Yang die Welt bestimmen, alle Wesen wandeln und in das Tao zurückkehren. In der Vorstellung Lao Tzu’s ein ewiger Kreislauf.

Trotz der Eroberung, Einwanderung und Kolonialisierung von Giao Chi (entspricht der Region des Norden Vietnams) durch China blieb der Einfluss des Konfuzianismus und Taoismus in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung auf die chinesischen Beamten und Gebildeten beschränkt und beeinflussten die kulturelle Entwicklung des Landes kaum. Ganz im Gegensatz zum Buddhismus. Doch zum Buddhismus später mehr. Im Verlaufe der Jahrtausende gewann der Taoismus in Vietnam allerdings an Bedeutung und man begegnet ihm auch in der Gegenwart. In der heutigen Gesellschaft Vietnams sind Animismus, Taoismus und vor allem der Ahnenkult miteinander eng verflochten und prägen die Verhaltensweisen der meisten Vietnamesen.

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Quelle: Zusammenfassung orientiert nach der Darstellung von “3000 Jahre Vietnam” von Lê Thành Khôi
Kindler Verlag GmbH München, Ausgabe 1969


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