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Giao Chau in der Zeit der drei Königreiche

Drei KönigreicheIm Jahr 220 wurde China durch den Sturz der Han in drei Königreiche geteilt. Im Norden Wei, Wu am unteren Yang Tse sowie Shu in Ssu Ch’uan. Shih Hsieh verbündete sich mit den Wu, da diese den Seeweg zwischen China und Südostasien beherrschten und der grenzübergreifende Handel den Wohlstand Giao Chis sicherte. Sein Sohn und Nachfolger Si Huy wurde bei seinem Feldzug gegen Nanking gefangen genommen und getötet. Lü Tai zog daraufhin bis Cửu Chân und gab in Auftrag, die chinesische Kultur bis über die Grenzen hinaus zu tragen. Die Folge dieser Ereignisse war, dass die ausländischen Provinzen nach einer kurzen Zeitspanne der Unabhängigkeit wieder in den chinesischen Herrschaftsbereich zurückkehrten. Im folgenden werden die Geschehnisse in den chinesischen Provinzen in Vietnam geschildert, die zur Zeit des Bestehens der drei chinesischen Königreiche stattfanden. Diesbezüglich ist zu beachten, dass es sich hierbei im wesentlichen vorrangig um Entscheidungen und Taten chinesischer Beamter und Herrscher handelt.

Bisher hatte sich Shih Hsieh auf die vietnamesische Oberschicht gestützt. Dadurch konnte er sich halten und die vietnamesische Oberschicht gewann an Einfluss und Macht. Letztere wollte eine erneute strenge Bevormundung und Einschränkung ihrer Machtbefugnisse nicht hinnehmen. Die Frau Triêu Âu, aus Nông Công stammend, übernahm im Jahr 248 die Führung des Aufstandes von Cửu Chân. Sechs Monate widerstand sie und ihre tausend Anhänger den chinesischen Truppen. Doch die Aufständischen mussten Verluste einstecken und sich nach Bô Điên zurück ziehen. Dort beging Triêu Âu 23-jährig Selbstmord. - Zu ihrem Gedenken liess 300 Jahre später der König Ly Nam Đê einen Tempel errichten und sie zur Nationalheldin erklären. - Nhât Nam wurde im wesentlichen von einer Besetzung durch chinesische Truppen verschont. Cửu chân dagegen wurde vollständig erobert. Wärend des Aufstandes der Triêu Âu plünderten die Armeen von Lâm Âp die südlichen Präfekturen. In einer grosses Schlacht errangen sie den Sieg und nahmen die Gebiete um Khu Tuc am Tho Linh (Shou Ling), also das Gebiet von Ba Đôn am Sông Gianh als Beute. Im Verlauf weiterer Kriegszüge, überfiel Lâm Âp noch mehrmals Cửu Chân und erreichte sogar Giao Chi.

Im Jahr 264 wurde die Aufteilung von Giao Châu vorgenommen. Dadurch sollte die sich ständig vergrössernde Machtfülle der Gouverneure der Provinz Giao beschränkt werden und man war ebenfalls beunruhigt weil Wei das Reich Shu in Besitz genommen hatte und an Macht und Einfluss gewann. Die Provinzen wurden wieder der chinesischen Zentralgewalt unterstellt sowie das Territorium des alten Königreichs Âu Lac unter Einbeziehung von Hơp Phô wieder hergestellt. Die nördliche Region lag näher am Zentrum des chinesischen Reichs und blieb später auch chinesisch. Dagegen entstand aus der südlichen Region später Vietnam. Also war die hier beschriebene Verwaltungsreform der Ursprung der späteren Einheit Vietnams. Die Chin lösten die Wei in der Thronfolge ab und Đao Hoang, der Gouverneur von Giao Châu schlug die Angriffe des Königreichs Lâm Âp zurück.

Cia ChauIm Jahr 336 brachte Pham Văn den Thron von Lâm Âp in seine Gewalt. Er bereiste, wie auch zuvor schon sein Vorgänger Pham Dât, China. Eifrig sammelte er auf diesen Reisen Informationen zum Beispiel zum Bau von Zitadellen und über die Herstellung von Kriegsgerät. Pham Văn war kein König des Friedens. Er eroberte zwischen 336 und 340 mehrere westliche und südliche Fürstentümer und Präfekturen. Damit schadete er den Interessen Fu Nans, dem bisherigen Verbündeten des Königreiches Lâm Âp’s. Aber auch der Norden blieb von den Kriegszügen Pham Văns nicht verschont. Vor allem interessierten ihn die fruchtbaren Ebenen von Nhât Nam. Daraufhin sandten ihm die Chinesen eine Armee entgegen, die aber eine Niederlage erlitten. Diesen Erfolg nutzte Pham Văn, um nach Cưu Chân einzudringen. Dort starb er jedoch an den Folgen einer Verwundung. Deshalb übernahm 349 sein Sohn Pham Phât die Macht.

In dieser Zeit war auch Champa (Lâm Âp) weiterhin nicht untätig und setzte seine kriegerischen Aktivitäten fort. Der Gouverneur von Giao Châu entsendete Truppen gegen Champa, welche im Jahr 353 über 50 Festungen zerstörten und im Jahr 359 die Grenze bei Tho Linh festlegten. Als Pham Phât im Jahr 380 verstarb, übernahm dessen Grossneffe Pham Hô Đat die Herrschaft. Man ist der Meinung, dass Pham Hô Đat und Bhadravarman ein und die selbe Person gewesen seien. Von ihm wurde das erste Shiva Bhadreshvara geweihte Heiligtum im Tal von My Sơn gegründet. Die erste Sanskrit-Inschrift (altindische Sprache) von Vo Canh wird zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert datiert und spiegelt die Popularität des Buddhismuses in dieser Zeit im Raum Nha Trang wieder. Pham Hô Đat hinterliess in Quang Nam und Phu Yên ebenfalls Sanskrit-Inschriften und unweit von Tra Kiêu den am ältesten bekannten Text in der Cham-Sprache.

Nhât Nam und Cuư Chân wurde zum Ende von Lâm Âp erobert. Danach griff Pham Hô Đat wiederholt Giao Chi an. Doch die Truppen Lâm Âp’s wurden vom Kommandeur Đô Viên zurückgeschlagen und zurückgedrängt. Als Belohnung wurde Đô Viên zum Gouverneur von Giao Châu ernannt. Später griff Champa wieder an. In dieser Zeit war der neue Gouverneur Đô Tuê Đô, der Sohn von Đô Viên, aber gerade mit dem Kampf gegen die Lu Hsüns beschäftigt. Die Lu Hsüns, auch Lô Tuân genannt, waren im Delta, am Fluss Chu Diên bzw. Sông Câu zu mächtig geworden und hatten sich faktisch fast die Unabhängigkeit erkämpft. Doch des Gouverneur’s Truppen vernichteten die Rebellen. Cuư Chân wurde im Jahr 413 durch die Armee Champas geplündert und sie griffen ständig die chinesischen Präfekturen an. Die Chinesen mussten reagieren. Also entsandten sie im Jahr 420 eine grosse Armee, welche die Cham in einem unerbittlichen Kampf besiegte. Daraufhin musste der König von Champa den Chinesen jährlich Tribut zahlen. Dies ging so ungefähr 10 Jahre.

Die Dynastie der Chin war am Anfang des 4. Jahrhunderts gezwungen in den südlichen Teil des Landes zu fliehen, weil bedingt durch ihre Völkerwanderung grosse turko-mongolische Menschenmassen in das Becken des Gelben Flusses eindrangen. Für dreihundert Jahre wurde Nanking am Yang Tse zur Hauptstadt. Um 420 übernahmen die Sung den Thron der Chin. Diese Unruhen in China nutzte Pham Dương Mai, der König von Champa, um seine Machtstellung auszubauen. Er verlangte von den Chinesen die Herrschaft über ganz Giao Châu, was die Chinesen ablehnten. Fu Nan sollte dem König von Champa darufhin mit Truppen aushelfen um seine Ziele erreichen zu können. Jedoch Fu Nan lehnte ab. Also überfiel Pham Dương Mai Nhât Nam und Cưu Chân alleine. Die Folge war, dass der Gouverneur Đan Hoa Chi einen unerbittlichen Kampf mit grausamer Härte gegen den König von Champa führte. Im Jahr 466 gelang es diesem Khu Tuc zu erobern und zu plündern und er eroberte die Hauptstadt Văn Xa, welche sich nordwestlich von Huê, am Ufer des Sông Bô befand. Im Verlauf erkannten die Chinesen, wie reich Champa war und auch in späteren Jahren blickten deshalb die Chinesen voller Neid auf dieses Königreich. Doch erstmal starb Champas König Pham Dương Mai vor Kummer, als er in seine zerstörte Hauptstadt zurückkehrte. Giao Châu gewann allerdings für ein Jahrhundert Frieden.an seinen äusseren Grenzen.

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Quelle: Zusammenfassung orientiert nach der Darstellung von “3000 Jahre Vietnam” von Lê Thành Khôi
Kindler Verlag GmbH München, Ausgabe 1969


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