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Ein vietnamesiches Begräbnis besteht aus folgenden Schritten:

1. Vorbereitungen auf das Begräbnis:

  • Alle Verwandten, Freunde, Bekannter, Nachbarn per Telefon (sodass es am schnellsten ist) über den Vorfall informieren.
  • den Tod bei amtlicher Stelle anmelden.
  • einen Sarg, weisses Netz als Trauerkleidung, Blumenkranz, Trauerfahne anschaffen.
  • ein Zelt vor dem Haus aufstellen, eine Todesanzeige auf violetten Papier (Violett steht für Trauer) ans Zelt kleben.
  • Eine Trauerorchester einladen, zu den Instruments gehören eine Trommel, eine zweisaitige Geige, einem Holzblasinstrument, einem sechsaitigen Zither.
  • Die Uhrzeit für die Beerdigung, das Beileidwünschen, das Legen des Toten in den Sarg bestimmen lassen (meist von einem Wahrsager).
  • Den Toten zu reinigen und ihm neue und schöne Kleidungen anziehen.

2. Den Toten in den Sarg legen:

Zu dem Zeitpunkt, der von dem Wahrsager festgesetzt wurde, wird die Leiche in den Sarg gelegt. Einige seiner Kleidungen und Gegenstände werden auch um ihn gelegt. Um die Leiche trocken zu lassen bestreut man sie mit grünen Tee. Zwischen das Gebiss des Toten klemmt man eine Münze oder eine Goldstück, damit der Tote im Himmel seine Mund öffnen kann um zu sprechen. Das Metall bzw. das Gold dient auch zur Verhinderung des Eindringens des Teufels in die Leiche.
Nachdem der Sarg mit einem kleinen Fenster geschlossen ist, stellt man eine Reisschale mit einem Ei und zwei Stäbchen darauf, es bedeutet, dass der Teufel das essen kann,und der Geist des Toten in der Zwischenzeit langsam die Leichen verlassen kann.
Vor dem Sarg steht ein Altar, auf dem befindet sich das Foto des Verstorbenen, ein Räucherstäbchenbehälter, Kerzen und Blumen. Alle Angehörigen knien sich vor dem Altar und verbeugen sich.

3. Der Hauptteil der Begräbnisfeier:

Der Leiter der Trauerfeier (es kann ein Wahrsager sein) liest das Beidleidsschreiben vor der Trauergemeinde. Man liest seinen Lebenslauf und bedauert sein Ableben. Wenn es ein Testament gibt, wird es zum gleichen Zeitpunkt vorgelesen. Zunächst stehen die Söhne des Toten am Sarg, um die Kondolierenden mit der Verbeugung zu antworten. Bei dem Kondolenzbesuch bringt man entweder Blumenkränze, Trauerfahnen oder Kondolenzgeld mit, um sein Mitleid auszudrücken.
Die Besucher gehen um den Sarg, damit sie das Gesicht des Toten zum letzten Mal sehen können.
Normalerweise dauert eine Trauerfeier 3 Tage. Denn nach der vietnamesischen Auffassung verlässt der Geist des Toten in den ersten 3 Tagen die Leiche noch nicht. Aber wenn es sehr heiss und sonnig ist, wird dei Feier verkürzt, das heisst, der Sarg wird am 2. Tag nach dem Tod auf den Friedhof gebracht.

4. Den Sarg zum Grab begleiten:

Am Beginn des Trauerzuges trägt ein enger Angehörige das Foto des Toten. Der Sarg wird auf einen Wagen gelegt, die Angehörigen, Freunden, Bekannter gehen zu Fuß hinten.
Nach vietnamesischen Brauch sagt man: Väter werden gebracht – Mütter werden geholt. Das bedeutet : wenn der Tote der Vater ist, gehen die Söhne hinter oder neben dem Sarg. Wenn der Tote die Mutter ist, gehen sie rückwärts vor dem Sarg. Falls es vom haus bis zum Friedhof so weit ist, kann die Trauergemeinde mit dem Auto oder dem Moped fahren. Die Töchter und andere Angehörigen gehen immer hinten.
Auf dem Weg zum Friedhof wirft man kleine Dinge aus Papier auf die Strasse, um dem Geist des Toten den Heimweg zu leiten.
Bestattungswagen

  • Auf dem Friedhof :
    a) in der Stadt :
    Gleich nach dem Tod muss sich die Familie des Toten beim Friedhofsverwaltungsstelle eintragen, um ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Dafür bezahlt sie von 1.5 bis 2 Mio. VND inklusive den Dienstleistungen des Grabens.
    Das Grab bleibt nicht für immer da, nach 3 Jahren wird die Leiche aus dem Grab genommen und woanders hingelegt. Entweder verlegt man den Sarg auf ein Stadt mit vielen Friedhöfen ( zum Beispiel im Norden gibt es die Stadt heisst Bat Bat , 70 km nordwestlich weit von Hanoi), oder die Knochen des Toten werden in ein Kästchen in diesem Friedhof , in anderem Gebiet hingelegt, und bleibt ewig da.

    b) auf dem Land:
    Durch den Wahrsager lässt man die Himmelrichtungen und die Lage welches Grundstücks bestimmen. Das Grab muss sich nicht unbedingt auf dem Friedhof befinden, kann auch auf dem Feld liegen. Es ist nicht kostenpflichtig.

    Wenn der Sarg ins Grab gelegt wird, werden auch die Reisschale und Blumen zusammen mit dem Sarg begraben. Nachdem Begräbnis gibt es ein Leichenschmaus, die Familie des Toten bedankt sich bei allen Freunden, Bekanntern.
    3 Tage nach dem Tod stattet man Grabbesuch ab, um den Toten nach Hause zum Essen einzuladen.
    An dem 49., 100., ersten Todestag versammeln sich alle engsten Angehörigen des Toten zu einem Mahl, dadurch zeigt man seine Liebe zu dem Toten und , dass man ihn nicht vergisst. Der 49. Tag nach dem Tod ist eine Feier, bei der man keinen Reis auf den Altar legt. Der 100. Tag nach dem Tod ist eine Feier, bei der man nicht mehr weint.
     
  • Trauerkleidung:
    Die Ehefrau/der Ehemann, die Kinder des Toten ziehen sich weisses Netz über die normalen Kleidungen an. Die Söhne tragen einen Strohkranz, stützen sich auf einen Stock (um den Weg zu leiten). Die Töchter haben ein Tuch aus Netz auf dem Kopf. Andere Angehörigen binden sich einen Band aus Netz auf den Kopf. Schwiegertöchter/Schwiegersöhne tragen zweimal/einmal geknüpften Bander aus weissem Netz am Kopf.
    Nichte und Neffe tragen kleine geknüpften Bänder, die Bänder sind in Gelb.

    innerhalb ersten 3 Tage müssen die Räucherstäbchen ständig angezündet werdn. Wenn die Räucherstäbchen erlöscht sind, verliert man auch die Verbindung mit dem Toten. Der Tote kann nicht wieder geborgen werden.

    Tiere, besonders Katze, in der Nähe von dem Sarg. Wenn die Katze z.B. über den Sarg springt, kann sich der Tote erheben.
     
  • Besondere irreale Sitte auf dem Land:
    Auf dem Land gibt es noch heute eine besondere Sitte, bei der die Familie in der 1. Nacht dem Tod den Geist zum Himmel begleiten. Alle Angehörigen nehmen an der sogenannten Bootfahrt teil. Ein Mann verkleidet sich als ein Ruderer, er steht am Sarg, rudert und singt dabei. Es geht im Lied darum, dass der Geist des Toten auf diesem Ruderboot auf den Himmel gebracht wird. Auf dem Weg tauchen vielen Bilder auf, die er erlebt hat. Je weiter das Boot von Zuhause wegfährt, desto frischer ist die Luft und schöner ist die Landschaft an den Ufer des Flusses.
    Der Fluss gilt als ein Weg, auf dem die Seele des Toten gereinigt wird. Für die Bootfahrt verlangt der Ruderer eine kleine Summe Geld als Gebühr. Kurz vor dem Ziel ruft der Ruderer alle Familienmitglieder beim Namen. Wer gerufen wird, sollte ein bißchen Geld auf einen Teller legen. Der Ruderer singt immer weiter, bis das Boot das Paradies erreicht. So verabschiedet sich die Familie von dem Toten.

© Luong Thy Trang
  thytrangus@yahoo.com

© Foto: JanL

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