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Tuyet Tran - Kunstmalerin
Tuyet Tran
Jahrgang 1952. Lebt mit Familie in Frankreich
Absolventin der RWTH Aachen der Fachrichtung Betriebswirtschaft.

Liebt alles: tanzen, singen, malen und schreiben, deshalb macht nirgendwas
richtig und zu Ende

Nicht aus Lust oder Langeweile, nicht als Selbsttherapie, auch nicht, weil ich eine Kunstakademie absolviert hätte, sondern drauflos, habe ich angefangen zu malen. Bilder aus meinem Leben entstehen in meinem Kopf, gemischt mit Herzschmerz wurden sie schließlich mit Ölfarben auf die Leinwand übertragen. Es klingt vielleicht pathetisch und dramatisch, aber als ich eine Reihe meiner Bilder Dr. Richard Kreidler vom Museumsdienst der Stadt Köln vorgestellt habe, hat er wortlos verstanden und gab mir den Titel für die Ausstellung: "Bilder der Vergangenheit".

Über 40 Ölbilder widerspiegeln ein Leben auf europäischem Boden. Aber bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft ein Bild über Vietnam zu fertigen. Zwei Bilder, eine Ecke von Mui Ne und die Früchte zum Tet-Fest, liegen noch unvollendet hinter meiner Staffelei. Warum? Es gibt schon zu viele Bilder über meine Heimat, künstlerisch und auch kommerziell. Eigentlich, fehlen mir weder Inspiration noch Gefühle, zum Beispiel, hätte ich gerne die Frau gemalt, die einen breiten Korb auf dem Kopf trägt, beide Hände halten zwei große, schwere Taschen, tänzelnd und scheinbar mühelos schlendert sie auf den Straßen von Ho-Chi-Minh-Stadt, um belegte Stangenbrote zu verkaufen. Nur, die Zeit und die Ruhe fehlen mir, täglich.

Herr Marc Scheps, Direktor a.d. des Ludwigsmuseums in Köln, hat die Bemerkung gemacht: “Trans Bildfindungen haben ihre Wurzeln ohne Zweifel sowohl in asiatischer Kultur... als auch in der langjährigen Berührung mit der europäischen Kultur " .

Volker Wienecke, Kunsthistoriker, beschreibt meinen Stil: „Der Künstlerin Tuyet Tran gelingt es mit ihrer einfachen, weichen, glättenden und doch detailgetreuen Formensprache, dem Betrachter diese fast surreal anmutende Atmosphäre vor Augen zu führen.... Landschaften, Personenbildnisse und florale Motive. Gemeinsam ist allen Bildern, unabhängig vom gewählten Motiv, eine schwermütige, nostalgische Grundstimmung, die auch in den sehr persönlichen, an konkrete Erinnerungen anknüpfenden Bildtiteln anklingt. Zwar sind es fast immer strahlend klare und lebendige Farben, die die Künstlerin benutzt, doch die schöne Welt, die sie zeigt, wirkt oft sehr zerbrechlich und vergänglich“.

Die Zeit vergeht so schnell, wie die Schatten eines am Fenster vorbeigaloppierenden Pferdes. Die Gegenwart ist bereits in diesem Augenblick Vergangenheit. Die Zeit ist ewig und der Raum unendlich. Nur das Leben auf Erden ist zu kurz. Keiner entkommt diesem natürlichen Gesetz. Leben ist nicht schwer, aber das Menschwerden ist nicht einfach. Es ist nicht so, als ob man sich über das schmerzhafte Schicksal lustig mache, zermalmt durch die tausend Probleme des Überlebens. Im Gegenteil, Glück, Frieden, Lebensfreude, Freiheit, Gleichberechtigung und Unabhängigkeit sind nicht erst im Paradies nötig, sondern hier auf Erden.
In einem absoluten Schmerz, ziehen sich die demütigenden Qualen des Körpers vor dem Schrei der Seele zurück, deren Verletzungen sich in Lebenslust verwandeln. Dieser Teufelskreis hat der Menschheit geholfen, durch viele Generationen weiter zu existieren.

Mit ganz kleinen Schritten versuche ich ein bisschen von unserer Zeit und unserem Raum festzuhalten, bevor sie wieder Staub werden..

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L'église dormant sous la neige, Öl auf Leinwand, 60 x 60

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La ruelle des Pinsons, Öl auf Leinwand, 60 x 60

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La rue du Village, Öl auf Leinwand, 60 x 60

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Alte Ansicht von St Alban im Frühling,
Öl auf Leinwand, 140 x 110

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Komm zurück,
Ölkreide auf japanischem Baumwollpapier, 80 x 60

Kontakt: www.tuyettran.de 

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Mandala, Öl auf Leinwand, 60 x 60

Eines Tages besuchte ich die Cathédrale de Chartres. Der Boden vor dem Altar ist gefließt mit weißen und schwarzen Steinen. Sie sehen sehr alt aus. Mein Freund hat mich aufgeklärt, es ist das berühmte Labyrinth de Chartres, worauf die Pilger auf Knien den Ausgang vom Labyrinth suchen. Das hat mich zutiefst beeindruckt. Zuhause malte ich das Labyrinth mit dem Symbol des Budhismus, den Lotus, mit dem Gedanken, der Glaube an eine spirituelle Übermacht ist gleich, ob es christlich oder budhistisch ist.

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Der Weg des Verräters,
Öl auf Leinwand, 120 x 140

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Adieu Cavalière, je t'aimais bien , Öl auf Leinwand, 75 x 105
 
Kein "Mönch am Meer", sondern eine junge Mutter mit zwei Kindern. Die Rucksäcke sind gepackt, die Abreise steht bevor. Hinter ihnen, teilnehmend und doch nicht ganz dazugehörend - der Betrachter. Ein strahlend klarer und kalter Frühlingstag in Südfrankreich, die Bäume noch kahl und, wie uns auch der Titel sagt, ein Tag des Abschieds: "Adieu Cavalière, ich liebte dich sehr ..." . Die winkende Hand des Mädchens gilt keinem Schiff, das vorüberfährt, sondern sie gilt einer ganzen Situation:
Hier nimmt man Abschied von einem Ort und mehr noch von einer Zeit, die so schön war, daß jede Erinnnerung daran eine wehmütige werden muß. Ihre hellen und intensiven Farben, mit der sie das gleißende Licht der Nachmittagssonne eindrucksvoll schildert, vermitteln die Stimmung einer Sehnsucht, die genau auf der Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwahrt entsteht.
Sie zeigt, was eigentlich nur gefühlt werden kann. Und sie hält fest, was in Wirklichkeit nicht festzuhalten ist.
Volker Wienecker - Kulturstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen

All Copyright Text und Photos: Tuyet Tran


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