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Die Schirmherrschaft hat der Senator für Kultur und Bildung der Hansestadt Wismar übernommen: Thomas Beyer ist dem Thema Krieg und Kriegsfolgen schon seit Jugendzeit als Angehöriger der Aktion Sühnezeichen verbunden und als Vorsitzender der lo-kalen Kriegsgräberfürsorge.
Kinder als heutige Opfer des Vietnamkriegs?
Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln wird immer wieder versucht, zuletzt im Irak, Rußland führt in Tschetschenien ‚seinen’ Krieg. Die Vorstellung, mit Waffengewalt einer gerechten – oder vermeintlich ge-rechten - Sache zum Sieg zu verhelfen ist ungebrochen. Ein Blick zurück in die Zukunft: Der als Indochinakrieg begonnene Vietnamkrieg ist bis heute weder historisch, moralisch oder juristisch aufgearbeitet, medizinisch wirkt er bis heute – 30 Jahre nach Ende der Kampfhandlungen - grausam nach: Im Kampfgebiet des ehemaligen Südvietnams werden täglich zwei Dutzend schwerstbehinderte Kinder geboren. Ihre geistigen und körperlichen Behinde-rungen gehen auf die noch immer vom Chemiewaffeneinsatz kontaminierte Erde zurück. Als bekannteste Chemiewaffe wurde das dioxinversetzte „Agent Oran-ge“ zum Synonym für einen schmutzigen Krieg. Weniger bekannt ist, daß die 90 Millionen Liter Agent Orange (und Devirate) bis heute ihre tödliche Wir-kung kaum verloren, sie sollten dem vietnamesischen Feind die Nahrung neh-men und den Urwald vernichten. Das enthaltene Dioxin - 70fach giftiger als Zyankali - baut sich in der Natur nicht ab und reichert sich im Körper an. Die Behinderten-/Mißbildungsrate liegt für Nordvietnam im statistisch zu erwartenden Bereich von 0,2 %, im Kriegsgebiet Südvietnams liegt die Rate 15fach darüber. Die dortigen Bauern stecken in der Not zwischen Verhungern oder die verseuchte Erde zu beackern. Ehemalige US-Soldaten haben sich vor Gerichten eine Anerkenntnis der Spät-folgen des Agent Orange Einsatzes erstritten und erhalten finanzielle Ent-schädigungen. Klagen vietnamesischer Opfer wurden nicht angenommen.
Die Hilfsaktion „Agent Orange Vietnam“ hilft den heute noch geborenen Op-fern des Vietnamkrieges durch medizinische Hilfsmittel – einem Drittwelt-land angepaßt sind ‚Low Tech’ Hilfsmittel wie Roll- und Therapiestühle so-wie Bewegungseinrichtungen die erste Wahl, denn Hilfe zur Mobilität ist für die verkrüppelten Kinder die meist in unterbesetzten Heimen leben, das wir-kungsvollste. Zusätzlich hat die in Wismar ansässige Hilfsorganisation in den letzten drei Jahren diverse Krankenhausausrüstungen gesammelt.
Die Hilfsorganisation CHARITY ASSOCIATION FOR CHILDREN in Wismar braucht noch folgende Hilfe: - weiteres medizinisches Gerät, primär Rollstühle / Mobilitätshilfen - Geld und Sachspenden für den Transport von Wismar nach Hamburg
Text: Wolfgang Kübel
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