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Die hiergebliebenen Vietnamesen hatten so gut wie keine Möglichkeit eine Arbeitsstelle zu finden. Mit dem Aufkommen des illegalen Zigarettenschmugels und -handels, verdienten sich zahlreiche Vietnamesen damit ihren Lebensunterhalt und unterstützten mit dem dadurch erworbenen Geld ihre Familien in Deutschland. Einerseits wurden sie von der vietnamesischen Mafia, von ausländerfeindlichen Jugendlichen und von der Polizei bedroht. Natürlich musste der deutsche Staat gegen den illegalen Zigarettenhandel vorgehen, keine Frage. Nur um zu verstehen, was die Vietnamesen dazu brachte trotzdem mit illegalen Zigaretten zu handeln, muss man viel weiter blicken. Ich komme noch darauf zurück. Bei jedem Wetter standen die vietnamesischen “Zigarettenverkäufer” um Geld zu verdienen. Die Bedrohung durch ausländerfeindliche Jugendliche und durch die vietnamesische Mafia war enorm. Wenn man Statistiken von durch die Mafia ermordeten Vietnamesen liest, so kann man ruhig davon ausgehen, dass eine Anzahl von Vietnamesen verschwanden und niemals wieder gesehen wurden. Doch das schreckte die Vietnamesen nicht so sehr, wie die Jagd auf sie durch die Polizei. Dabei kam es zu zahlreichen Rechtsverletzungen durch Polizeibeamte. Aber mir ist kein einziger Fall einer drastischen Bestrafung eines Polizeibeamten bekannt geworden. Jedoch auch das schreckte die Vietnamesen nicht. Oft fragte ich, wie diese Menschen diese täglichen Demütigungen und Bedrohungen aushalten können. Als ich in Vietnam war verstand ich sie gut. Die Armut vieler Familien in ihrem Heimatland ist einfach zu gross. Man muss diese Armut erlebt und gefühlt haben um zu verstehen, was Armut ist. Also war die Ergreifung durch die Polizei und eine eventuelle Ausweisung aus Deutschland von allem die grösste Bedrohung.
Jeder vietnamesische Zigarettenhändler hätte lieber einen Job gehabt um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen!
Viele Vietnamesen, welche hiergeblieben waren, sind heute selbständig oder haben einen Job wie andere Bürger dieses Landes auch. Sind sie arbeitslos, dann warten sie niemals zu Hause, denn nichts tun gilt als Verlust und “Todsünde”. Irgendwie verdienen sie “eine” Mark. Die Tüchtigkeit, der Fleiss und die unvergleichliche Gabe zur Improvisation ist legendär und bestaunenswert. Viele Kinder der Vietnamesen studieren jetzt in Deutschland. Auffällig ist, dass besonders viele vietnamesische Kinder in den Schulen sehr fleissig lernen und beste Ergebnisse haben. Was wundert es auch, denn die Eltern geben die Motivation an ihre Kinder weiter. Bedauernswert ist, dass viele Eltern oft 10 - 14 Stunden tagtäglich in ihrem Imbiss oder sonstigem Geschäft schuften und ihre Kinder die meiste Zeit alleine sind.
Sehr bedauerlich sind zwei Umstände, die auch andere hier lebende Ausländer betreffen. Im Zusammenhang mit der Familienzusammenführung können Eltern oft ihre Kinder nicht in ihre Familie holen, weil sie 16 Jahre alt oder älter sind. Sicher hat sich der Gesetzgeber etwas dabei gedacht, nur nichts was mit Humanität zu tun hat. Jeder Innenminister dieses Deutschlands würde auch alles daran setzen, damit sein 16-jähriger Sohn im eigenen Familienverbund aufwächst. Zweitens werden auf Kosten des deutschen Staates ausländische Studenten ausgebildet und wenn sie einen akademischen Abschlus gemacht haben, sagt man ihnen “sie sollen verschwinden” und sich gefälligst im Ausland oder in ihrer Heimat einen Job suchen. Was für ein unglaublicher Blödsinn. Da bildet der deutsche Staat ausländische Akademiker auf seine Kosten aus und dann schickt er sie weg und diese Akademiker gehen in Staaten wie z. Bsp. die USA, Frankreich usw. wo man sie mit Kusshand nimmt.
Es gäbe hier noch viel zu erwähnen. Aber vielleicht später mehr dazu.
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