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Seit 1986 verzeichnet Vietnams Wirtschaft eine Tendenz von der Planwirtschaft zur marktorientierten Wirtschaft. Gemäss der Verfassung von 1992 sind verschiedene Unternehmensformen anerkannt und es besteht eine Garantie für Eigentum und Produktionskapital.

Zum Erfolg wurde die Privatisierung der Landwirtschaft. Immerhin dem wichtigsten gesellschafts- und beschäftigungspolitischen Sektor in der vietnamesischen Wirtschaft. Heute ist Vietnam der zweitgrösste Reisexporteur der Welt. Allerdings bestehen in der Industrie immer noch extreme Schwierigkeiten bei der Verlagerung des Schwergewichts vom staatlichen auf den privaten Sektor. Erst ca. 400 der ungefähr 6000 Staatsbetriebe sind bis Ende 2000 privatisiert worden.

Bei Neugründungen von privaten Unternehmen liegt die Konzentration mehr auf Handel, Kleingewerbe und der informellen Branche. Vor allem der Kapitalmangel und die völlig unterentwickelte Infrastruktur, sowie den unbefriedigenden rechtlichen Rahmenbedingungen stehen der Entstehung einer leistungsfähigen Wirtschaft entgegen. Wobei diese ungenügenden rechtlichen Rahmenbedingungen oftmals für potentielle ausländische Unternehmen ein Haupthinderungsgrund für eine Investition in Vietnam sind.

Unter anderem in den Hauptbereichen: Tourismus, Transportwesen, Industrieanlagen, Postwesen und der Erdölförderung wurden bis Ende 1999 fast 2900 ausländische Investitionsprojekte, mit einer Kapitalsumme von ca. 41 Mrd. US-Dollar genehmigt. Doch 1999 war das Gesamtvolumen ausländischer Direktinvestitionen dramatisch gesunken. Trotzdem wurde 2000 ein reales Bruttosozialproduktwachstum von mehr als 6% erreicht.

Der Zusammenbruch des RGW und die Einstellung der unentgeltlichen Hilfen der Sowjetunion hatten Vietnams aussenwirtschaftliche Basis komplett zerstört. Hinzu kam das inzwischen wieder aufgehobene Embargo der USA, wodurch Vietnam weitgehend vom internationalen Kapital abgeschnitten war.

Schnell gelang Vietnam eine Umstellung des Aussenhandels auf neue Partner, wie zum Beispiel Japan, Südkorea, Hongkong, Singapur, Taiwan und die EU-Staaten. Nach Aufhebung des US-Embargos und der Regulierung der vietnamesischen Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erhielt Vietnam von diesem und der Weltbank, sowie der Asian Development Bank seit 1993 erhebliche Kredite.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter Vietnams sind Rohöl, Reis, Meeresfrüchte, Kohle, handwerkliche und leichtindustrielle Güter, wie zum Beispiel Textilien und Schuhe, Kaffee, Tee, Pfeffer, Kautschuk. Importiert werden hauptsächlich Kraftstoffe, andere Erdölprodukte, Düngemittel, Stahl, Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge, pharmazeutische Produkte Zucker, Baumwollstoffe- und Garne, Schädlingsbekämpfungsmittel.


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